GS Engineering: 8 Prozent Rutsch auf 28.400 Won

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten lassen den Kurs des südkoreanischen Baukonzerns einbrechen, während Data-Center-Pläne Hoffnung geben.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über acht Prozent
  • US-Militärschlag gegen den Iran
  • Data-Center-Projekt als Lichtblick
  • Quartalszahlen fallen schwächer aus

Die Aktie von GS Engineering & Construction erlebte am Mittwoch einen massiven Rutsch. Ein neuer US-Militärschlag gegen den Iran setzt dem südkoreanischen Bausektor schwer zu. Der Kurs des Infrastrukturkonzerns fiel um über acht Prozent auf 28.400 Won.

Damit entfernt sich das Papier deutlich von seinem Mai-Hoch bei 36.900 Won. Die Aktie notiert nun fast ein Viertel unter diesem Wert.

Der Iran-Konflikt trifft die Auftragsbücher

Der Markt reagiert mit Sorge auf die Eskalation im Nahen Osten. Die USA hatten Ziele im Iran bombardiert. Grund war ein Angriff auf Schiffe in der Straße von Hormus.

Die Folge: Südkoreanische Baukonzerne müssen ihre Auftragsaussichten neu bewerten. Besonders Projekte in der Golf-Region geraten ins Wanken. GS Engineering & Construction war dort stark unterwegs. Diese Einnahmen sind nun unsicher.

Hinzu kommt ein schwacher Gesamtmarkt. Der KOSPI leidet unter hohen ausländischen Abflüssen.

Data Center als Hoffnungsträger

Trotz des geopolitischen Gegenwinds gibt es positive Signale. IBK Securities hat GS Engineering & Construction zu einem „Top Pick“ für das zweite Halbjahr 2026 gekürt. Die Begründung: Der Konzern ist gut im boomenden KI-Rechenzentrumsmarkt positioniert.

Die GS Group prüft derzeit ein riesiges Data-Center-Projekt in Donghae. Geplant sind zwei Phasen mit je 1,2 Gigawatt. Ziel: 2028 und 2029 ans Netz gehen.

Die Kosten pro Megawatt liegen zwischen 8 und 10 Milliarden Won. Allein die erste Phase hätte so einen Auftragswert von rund zehn Billionen Won. GS Engineering & Construction hat bereits zehn Data Center gebaut.

Das passt zur Konzernstrategie: 30 Billionen Won sind für AI-Infrastruktur vorgesehen. Der Baukonzern ist hier der primäre Nutznießer.

Gedämpfte Quartalsaussichten

Kurzfristig läuft das Geschäft jedoch schwächer. Für das zweite Quartal 2026 erwartet der Markt einen Umsatz von rund 2,8 Billionen Won. Das wäre ein Rückgang von 11,4 Prozent zum Vorjahr.

Der operative Gewinn dürfte bei 114 Milliarden Won liegen. Das entspricht einem Minus von fast 30 Prozent.

Trotzdem bleibt die Auftragslage robust. In den ersten sechs Monaten sammelte der Konzern Aufträge im Volumen von rund 7,6 Billionen Won. Die Frage ist nun: Kann der Data-Center-Boom die geopolitischen Risiken ausgleichen? Die Aktie hat mit einer annualisierten Volatilität von rund 100 Prozent zu kämpfen. Das bleibt eine Wackelpartie.

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