Andy Jassy macht ernst. Amazon investiert zunächst 5 Milliarden Dollar in Anthropic, den Entwickler hinter dem Claude-Modell, mit der Option auf weitere 20 Milliarden Dollar, geknüpft an bestimmte kommerzielle Meilensteine. Zusammen mit den bereits früher geflossenen 8 Milliarden Dollar summiert sich Amazons Engagement in Anthropic auf bis zu 33 Milliarden Dollar. Das ist kein Fingerzeig mehr, das ist eine klare Aussage.
Und Anthropic zahlt zurück, auf seine eigene Art: Das Startup verpflichtet sich, in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Amazon-Technologien auszugeben. Cloud-Rechenleistung, kundenspezifische Chips, Infrastruktur. Ein Kreislauf, der für beide Seiten funktioniert.
Trainium statt Nvidia?
Der interessanteste Teil des Deals versteckt sich in den Chips. Anthropic sichert sich bis zu 5 Gigawatt Kapazität über Amazons Trainium2- und Trainium3-Chips, bis Ende des Jahres sollen es bereits rund 1 Gigawatt sein. Jassy nannte das einen Beweis für den gemeinsamen Fortschritt bei kundenspezifischen Halbleitern.
Demnach braucht Amazon Anthropic nicht nur als KI-Vorzeigekunde, sondern auch als Abnehmer für seine eigene Chip-Strategie. Anthropic bekommt die Rechenkapazität, Amazon bekommt den Beweis, dass Trainium konkurrenzfähig ist. Beide gewinnen, zumindest auf dem Papier.
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Nova hat nicht gezündet, also kauft man Claude
Amazons eigene KI-Modelle unter dem Namen Nova haben am Markt wenig Begeisterung ausgelöst. Das ist die unbequeme Wahrheit hinter diesem Deal. Wer bei den Modellen selbst nicht mithalten kann, kauft sich eben ein, und zwar gleich doppelt: Amazon hatte Anfang des Jahres bereits angekündigt, bis zu 50 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren, den Schöpfer von ChatGPT. Nun also nochmals Milliarden in Anthropic. Die Strategie ist klar. Amazon will die führende Infrastruktur für den KI-Boom bleiben, auch wenn die eigenen Modelle nicht die Schlagzeilen schreiben.
Die Anleger quittierten das mit einem nachbörslichen Plus von rund 2,4 Prozent. Ob das die richtige Reaktion auf einen Deal ist, bei dem Amazon letztlich für fremde KI-Kompetenz bezahlt, weil die eigene nicht reicht, das ist eine andere Frage.
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