Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
es gibt Nachrichten, die den Markt bewegen. Und es gibt Nachrichten, die die gesamte Investmentwelt neu ordnen könnten. Der SpaceX-Börsengang gehört zur zweiten Kategorie. Doch was sich hinter dem spektakulären IPO verbirgt, geht weit über einen simplen Börsengang hinaus. Hier bahnt sich ein Deal an, der die Geschichte der Unternehmensfinanzierung neu schreiben würde.
Der größte Börsengang aller Zeiten
Am 1. April reichte SpaceX vertraulich seinen Antrag auf einen Börsengang ein. Das Datum klingt nach Aprilscherz, ist es aber nicht. Laut Marktbeobachtern plant das Unternehmen, rund 75 Milliarden US-Dollar einzusammeln. Zum Vergleich: Saudi Aramco brachte beim bislang größten Börsengang der Geschichte im Jahr 2019 gerade einmal 29 Milliarden Dollar ein. Alibaba brachte es 2014 auf 25 Milliarden. SpaceX würde beide Rekorde mehr als verdoppeln.
Die angestrebte Bewertung liegt bei knapp zwei Billionen US-Dollar. Das würde SpaceX auf einen Schlag zum sechstwertvollsten Unternehmen der USA machen. Noch vor einem Jahr war das Unternehmen mit 350 Milliarden bewertet. Die Steigerung ist atemberaubend – und für viele Anleger eine echte Herausforderung: Wie bewertet man ein Unternehmen, das keine echte Vergleichsgröße hat?
Die Antwort lautet: mit Fantasie und Fakten. SpaceX kontrolliert heute mehr als die Hälfte aller weltweiten Raketenstarts. Das gelingt durch wiederverwendbare Raketen, die die Startkosten dramatisch gesenkt haben. Die Falcon-9-Rakete kostet heute schätzungsweise 2.000 bis 3.000 US-Dollar pro Kilogramm ins All – ein Zwanzigstel der Kosten des alten Space Shuttle. Das geplante Starship könnte diese Kosten nochmals um 80 bis 90 Prozent reduzieren.
Starlink: die Cash-Maschine im Orbit
Neben dem Raketengeschäft hat SpaceX mit Starlink ein zweites, hochprofitables Standbein aufgebaut. Starlink ist ein satellitengestützter Breitbanddienst – vereinfacht gesagt: Internetversorgung aus dem All. Ende 2025 zählte der Dienst mehr als neun Millionen Abonnenten, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Jeder zahlt mindestens 600 Dollar im Jahr. Das summiert sich auf über fünf Milliarden Dollar an jährlichem Umsatz allein aus diesem Segment.
Analysten schätzen, dass SpaceX vor der Fusion mit xAI – dem KI-Unternehmen von Elon Musk – EBITDA-Margen von bis zu 50 Prozent erzielte. Die geplante Bewertung von zwei Billionen Dollar entspricht dem 160-fachen des für 2026 geschätzten EBITDA. Das klingt teuer und ist es auch. Tesla, das ebenfalls als teuer gilt, wird nur mit dem 100-fachen seines EBITDA bewertet. Doch SpaceX ist einzigartig, und der Markt könnte bereit sein, diesen Aufpreis zu zahlen.
Rechenzentren im Orbit: die nächste Wette
Die wirklich großen Zahlen liefert ein anderes Projekt. Musk wettet darauf, dass Rechenzentren im Weltraum in zwei bis drei Jahren günstiger zu betreiben sein werden als herkömmliche auf der Erde. Das klingt nach Science-Fiction, hat aber eine nachvollziehbare Logik. Erdgebundene Rechenzentren verschlingen enorme Mengen an Strom, Kühlwasser und Fläche. Das xAI-Rechenzentrum in Memphis beispielsweise hat eine jährliche Stromrechnung von rund 200 Millionen US-Dollar und sorgt für erheblichen Unmut bei Anwohnern wegen Lärm und Wasserverbrauch.
Ein Rechenzentrum im Orbit hätte diese Probleme nicht. Mit dem Starship ließe sich die Anzahl der nötigen Starts für ein gleichwertiges System gegenüber der Falcon 9 um 75 Prozent reduzieren. Die Gesamtkosten würden dennoch kaum höher ausfallen als am Boden. Wenn das Modell funktioniert, winken astronomische Einnahmen: OpenAI gibt derzeit 60 Milliarden Dollar pro Jahr für Rechenkapazität aus. Musk will 100 Gigawatt an Rechenleistung ins All bringen, das entspräche nach gängigen Branchenpreisen einem Marktvolumen von 1,3 Billionen Dollar jährlich.
SpaceX ist nicht allein in diesem Rennen. Alphabet arbeitet am „Project Suncatcher“, das KI-Rechenkapazität 2027 ins All bringen soll. Nvidia hat einen speziellen Chip für orbitale Anwendungen vorgestellt. Das Feld wird größer, aber SpaceX hat den entscheidenden Vorsprung: Es besitzt die Raketen.
Tesla: das Problem im Gepäck
Doch der SpaceX-IPO ist möglicherweise nur der erste Schritt in einem größeren Plan. Musk hat mehrfach von „Konvergenz“ gesprochen, der Zusammenführung aller seiner Unternehmen. Bereits im Februar wurde SpaceX mit xAI fusioniert, dem KI-Unternehmen hinter dem Chatbot Grok. Die Bewertung von xAI bei diesem Deal: 250 Milliarden Dollar.
Das eigentliche Endspiel, so glauben viele Marktbeobachter, ist eine Fusion von SpaceX mit Tesla. Die Verbindungen werden enger. Tesla investierte zwei Milliarden Dollar in xAI und erhielt dafür einen kleinen SpaceX-Anteil. Grok läuft seit dem vergangenen Sommer in Tesla-Fahrzeugen. Musk kündigte mit „Macrohard“ ein gemeinsames Projekt an: ein Cloud-Dienst ähnlich dem Amazon Web Services – der jedoch nicht auf riesigen Serverfarmen läuft, sondern auf der ungenutzten Rechenleistung parkender Tesla-Fahrzeuge. AWS erzielte 2025 rund 129 Milliarden Dollar Umsatz. Das Potenzial ist offensichtlich. Zusätzlich planen xAI, SpaceX und Tesla gemeinsam eine Halbleiterfertigung – Musk nannte sie die „epischste Chip-Produktion der Geschichte“.
Tesla selbst kämpft derweil mit erheblichen Problemen. Die Aktie hat seit ihrem Rekordhoch im Dezember fast 30 Prozent verloren und liegt allein in diesem Jahr rund 20 Prozent im Minus. Die Auslieferungszahlen enttäuschten: Im ersten Quartal 2026 übergab Tesla rund 360.000 Fahrzeuge, weit entfernt von den 1,4 Millionen, die Analysten für diesen Zeitraum ursprünglich prognostiziert hatten. Die versprochenen Robotaxis sollten Anfang 2026 in neun Städten fahren, tatsächlich ist es bislang nur eine: Austin, Texas. Der Humanoide Roboter Optimus, für das erste Quartal angekündigt, lässt ebenfalls auf sich warten.
Dabei ist Teslas Bewertung nach wie vor ambitioniert: Das Papier wird mit dem 190-fachen des für 2026 geschätzten Gewinns gehandelt. Die Fantasie ruht nicht auf dem Autogeschäft, sondern auf KI-Anwendungen – autonomes Fahren, Robotik, Energiespeicher. Analysten bewerten allein das Robotaxi-Geschäft mit mehreren hundert Milliarden Dollar. Doch solange diese Zukunft auf sich warten lässt, bleibt die Aktie ein riskantes Investment.
Konvergenz: Meisterstück oder Milliardenfalle?
Eine Fusion von SpaceX und Tesla würde einen Konzern mit einem Börsenwert von über 3,5 Billionen Dollar schaffen, mehr als Microsoft und Amazon zusammen. Das wäre das größte M&A-Geschäft der Geschichte.
Skeptiker sehen das kritisch. SpaceX wird voraussichtlich mit dem 160-fachen seines EBITDA bewertet, Tesla aktuell mit dem rund 100-fachen. Bei einem Zusammenschluss auf Basis dieser Bewertungen würden Tesla-Aktionäre zwar etwa 55 Prozent der kombinierten Gewinne beisteuern, erhielten aber nur rund 40 Prozent der neuen Aktien. Das ist eine erhebliche Verwässerung. Entsprechend groß ist der Widerstand in Teilen der Anlegerschaft.
Musk weiß das. Deshalb sollen beim SpaceX-IPO bis zu 30 Prozent der Aktien direkt an Privatanleger gehen, ein ungewöhnlich hoher Anteil. Bei Tesla halten Privatanleger bereits rund 50 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes, doppelt so viel wie bei anderen Technologiegiganten. Diese Basis hat Musk bislang bei allen Abstimmungen gestützt. Der Aufbau einer ähnlichen Loyalität bei SpaceX-Aktionären wäre eine logische Vorbereitung auf eine spätere Fusion.
Was Anleger jetzt wissen müssen
Der SpaceX-IPO wird kommen und er wird die Märkte bewegen. Für Anleger stellen sich mehrere Fragen. Erstens: Zu welcher Bewertung lohnt ein Einstieg bei SpaceX? Zweitens: Welche Folgen hätte eine Fusion für Tesla-Aktionäre? Und drittens: Welche anderen Unternehmen profitieren von den Trends, die dieser Konzern repräsentiert?
Raketen, Satelliten, KI, Roboter, Halbleiter, Energie – das Musk-Imperium berührt nahezu jeden Megatrend der kommenden Dekade. Das macht es faszinierend und gefährlich zugleich. Die Bewertungen sind hoch, die Versprechen groß, die Risiken real. Wer dieses Spektakel verfolgt, hat eines bereits gewonnen: ein besseres Verständnis dafür, wie die nächste Ära der Industrie aussehen könnte.
Energie ist dabei ein Megatrend, der gerade durch eine geopolitische Zäsur läuft – und der Ihr Portfolio unmittelbar betrifft. Während der Ölpreis infolge der Spannungen rund um die Straße von Hormus auf 119 Dollar pro Barrel geklettert ist und Experten einen weiteren Anstieg auf 150 Dollar nicht ausschließen, zeigt das heutige Live-Webinar „Vom Blackout zum Profit | So trotzen Sie dem globalen Energieschock mit bis zu +2.053 % Gewinn!“, wie Anleger diese Krise nicht nur überstehen, sondern gezielt für ihr Depot nutzen können. Konkret geht es darum, welche Energieunternehmen in diesem Umfeld die klassischen Versorger-Riesen überholen und welche Strategien sich in einem Markt bewähren, der von geopolitischen Schocks getrieben wird. Das Webinar findet heute um 11:00 Uhr statt – die Anmeldung ist kostenlos. Jetzt Platz im Live-Webinar sichern
Tesla-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tesla-Analyse vom 30. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Tesla-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
