Grifols nimmt die Plasmaentnahme in Kanada schrittweise wieder auf. Die Wiedereröffnung bedeutet allerdings keine uneingeschränkte Rückkehr zum Normalbetrieb: Medienberichten zufolge stehen die ersten wieder geöffneten Zentren weiterhin unter verstärkter Aufsicht von Health Canada. Die gestern berichteten Einschränkungen sind für Anleger deshalb ebenso wichtig wie die Wiederaufnahme selbst.
Erste Standorte arbeiten mit begrenzter Kapazität
Am Dienstag begann Grifols mit der Wiedereröffnung der Zentren an der Innovation Drive in Winnipeg und in Windermere in Edmonton. Beide Standorte bieten zunächst weniger Spendetermine an. Weitere Zentren sollen schrittweise folgen. Nach Unternehmensangaben wurde das Vorgehen mit Health Canada und Canadian Blood Services abgestimmt.
Canadian Blood Services bestätigte am Dienstag, über die gestaffelte Wiederaufnahme informiert worden zu sein. Demnach zeigte sich Health Canada mit den Schritten zufrieden, die die Wiedereröffnung ermöglichen. Die Behörde überwacht jedoch weiterhin, ob die Vorgaben dauerhaft eingehalten werden.
Damit steht einer konkreten betrieblichen Entlastung eine fortbestehende regulatorische Kontrolle gegenüber. Für die Einordnung der Nachricht ist diese Unterscheidung entscheidend: Die Freigabe einzelner Standorte ist nicht mit einer vollständigen Aufhebung der Einschränkungen gleichzusetzen.
Untersuchung entlastet, Auflagen bleiben bestehen
Medienberichten zufolge bleibt ein weiterer Standort in Winnipeg geschlossen. Für 16 Standorte gelten weiterhin Auflagen. Zugleich habe die Untersuchung von Health Canada keinen Zusammenhang zwischen den Todesfällen von Spendern und der Plasmaentnahme festgestellt.
Dieser Untersuchungsbefund ist von der Frage der Betriebsvorgaben zu trennen. Er betrifft den möglichen Zusammenhang mit den Todesfällen. Die verstärkte Aufsicht und die fortbestehenden Bedingungen betreffen dagegen den weiteren Betrieb der Zentren.
Für Anleger ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: Grifols hat die Wiederaufnahme begonnen. Die begrenzte Terminkapazität und das schrittweise Vorgehen begrenzen aber zunächst deren Umfang.
Plasmaversorgung bleibt ein wichtiges Thema
Wie groß Versorgungslücken sein können, hatte Grifols am 5. Oktober am Beispiel Spaniens hervorgehoben. Für 2025 bezifferte das Unternehmen die Selbstversorgung bei Immunglobulinen auf 26% und bei Albumin auf 64%. Bei Faktor VIII lag sie bei 39%.
Diese Angaben betreffen Spanien und sind nicht mit der kanadischen Betriebssituation gleichzusetzen. Sie verdeutlichen jedoch den Versorgungskontext der Plasmaentnahme. Für die Bewertung der kanadischen Wiedereröffnung bleibt entscheidend, dass der Neustart bislang begrenzt erfolgt und die regulatorischen Bedingungen fortgelten.
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