Der britische Bäckereikonzern Greggs stellt nach einem soliden Sommerquartal die Weichen für eine Neuordnung seiner Fertigung. Das Management kündigte umfassende Pläne zur Bündelung der Produktionskapazitäten an. Am Aktienmarkt stießen die Maßnahmen und die Geschäftsentwicklung auf Zuspruch: Das Papier markierte zum Handelsschluss am Freitag mit 25,30 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch und kommt seit Jahresbeginn auf ein Plus von 30 Prozent.
Vier Standorte vor dem Aus
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht eine Konsolidierung der Produktionsstandorte über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Greggs beabsichtigt, vier Werke an den Standorten North Lakes, Pettigrews, Seaham und Enfield zu schließen. Von den geplanten Maßnahmen könnten Unternehmensangaben zufolge bis zu 740 Arbeitsplätze betroffen sein.
Die Neuausrichtung erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Der Konzern veranschlagt die Gesamtbelastung auf rund 60 Millionen Pfund. Davon entfallen circa 40 Millionen Pfund auf Investitionsausgaben. Das Management erwartet im Gegenzug spürbare Effizienzgewinne. Die jährlichen operativen Einsparungen vor Steuern beziffert das Unternehmen auf rund 20 Millionen Pfund, die in den Geschäftsjahren 2028 und 2029 wirksam werden sollen.
Die geplante Bündelung zielt darauf ab, die Kostenstruktur der Bäckereikette mittelfristig abzusichern und Skaleneffekte zu heben. Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet das Vorhaben jedoch erhebliche Einschnitte, während das Unternehmen den Ausbau seines Filialnetzes weiter vorantreibt.
Umsatzplus im dritten Quartal
Operativ verzeichnete Greggs zuletzt ein stabiles Wachstum. In den 13 Wochen bis zum 26. September stieg der Gesamtumsatz um 7,7 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche legten die Erlöse in den selbst betriebenen Filialen um 3,4 Prozent zu.
Aufgrund dieser Entwicklung passte der Konzern seine Erwartungen an. Greggs stellte für das Gesamtjahr 2026 ein leicht verbessertes Ergebnis in Aussicht.
Analysten heben Kursziele an
Die Kombination aus Umsatzwachstum und Sparplänen veranlasste Marktbeobachter zu Neubewertungen. Medienberichten zufolge stufte das Analysehaus Panmure Liberum die Aktie am 1. Oktober von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Die Experten passten zugleich ihr Kursziel deutlich nach oben an und hoben den fairen Wert von zuvor 1.560 Pence auf 2.440 Pence an.
Der nächste planmäßige Termin für Investoren steht bereits fest. Greggs will am 14. Januar 2027 das Handelsupdate für das vierte Quartal veröffentlichen.
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