Wolfe Research hat die Aktie von W.W. Grainger hochgestuft. Aus „Underperform“ wird „Peerperform“. Grund ist eine Beschleunigung bei Umsatz und Gewinn.
Der Industriehändler profitiert von der konjunkturellen Erholung. Analysten erwarten für den Rest des Geschäftsjahres 2026 ein organisches Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich. Die Marktanteilsgewinne könnten die eigene Zielspanne von 400 bis 500 Basispunkten in der zweiten Jahreshälfte erreichen oder sogar übertreffen.
Aktuell notiert die Aktie bei 1.192,00 Euro. Das sind gut 1,6 Prozent mehr als am Vortag. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 39 Prozent im Plus – ein Zeichen für die Stärke des Geschäftsmodells.
Konservative Margen-Prognose
Grainger hat nach starken Q1-Zahlen die Jahresziele für die meisten Kennziffern angehoben. Nur die Bruttomarge blieb unverändert bei rund 39 Prozent für den Rest des Jahres. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber den 40 Prozent aus dem ersten Quartal.
Genau hier sehen die Analysten von Wolfe Research Potenzial. Die Prognose erscheint ihnen konservativ. Der faire Wert je Aktie wurde um 12 Prozent auf 1.462 Dollar angehoben.
Das erste Quartal 2026 lief ohnehin besser als erwartet: Der Gewinn je Aktie lag mit 11,65 Dollar deutlich über den prognostizierten 10,21 Dollar. Der Umsatz übertraf mit 4,7 Milliarden Dollar ebenfalls die Erwartungen.
Bewertung bleibt hoch
Trotz der positiven Entwicklung ist der Kurs nicht billig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 28 – deutlich über dem Fünfjahres-Median von rund 22. DA Davidson bestätigte am 7. Juli ein „Neutral“-Rating mit einem Kursziel von 1.250 Dollar pro Aktie.
Einige institutionelle Anleger reagierten zuletzt zurückhaltend. Die schwedische Swedbank reduzierte ihren Anteil im ersten Quartal um 6,6 Prozent auf knapp 26.800 Aktien.
Der faire Wert von Wolfe Research liegt mit 1.462 Dollar rund 22 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das wäre selbst bei voller Erholung ein ambitioniertes Ziel. Die entscheidende Frage: Kann Grainger die Margen halten, während der industrielle Aufschwung an Tempo gewinnt?
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