GoPro Aktie: 285 Millionen für Starman Optical

Symbolbild, KI-generiert

GoPro vereinbart eine Fusion mit Starman Optical, während Umsatz und Sell-through sinken und Aktionärsvertreter die Abfindung prüfen.

Auf einen Blick:
  • Starman Optical übernimmt rund 90 Prozent
  • GoPro-Aktionäre erhalten 1,14 Dollar
  • Umsatz im zweiten Quartal rückläufig
  • Aktionärskanzleien untersuchen Fusionsbedingungen

Der US-amerikanische Elektronikhersteller GoPro steht vor einer tiefgreifenden strategischen Transformation. Am 1. September gab das Unternehmen die Unterzeichnung einer endgültigen Fusionsvereinbarung mit Starman Optical bekannt.

Im Rahmen dieser Transaktion wird Starman Optical für 285 Millionen US-Dollar in bar einen Anteil von rund 90 Prozent an dem neu formierten Gesamtunternehmen übernehmen. Die bestehenden Aktionäre von GoPro sollen eine Barabfindung in Höhe von 1,14 US-Dollar pro Aktie erhalten und eine Beteiligung von etwa 10 Prozent am fusionierten Unternehmen behalten.

Strategischer Schwenk in Richtung KI und Verteidigung

Die Fusion mit dem privat geführten Unternehmen Starman Optical, das auf optische Photonik und Transceiver für die Vernetzung von KI-Rechenzentren spezialisiert ist, markiert für GoPro den Eintritt in neue Geschäftsfelder. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen, seine technologische Basis künftig verstärkt in den Bereichen KI-Datenzentren und im Verteidigungssektor einzusetzen.

Die Transaktion zielt darauf ab, GoPro in einem schwierigen Marktumfeld widerstandsfähiger zu positionieren. Laut Reuters soll dieser Schritt dem Unternehmen helfen, den Herausforderungen durch steigende Preise für Speicherchips sowie dem intensiven Wettbewerb durch chinesische Anbieter zu begegnen.

Trotz der massiven Umgestaltung betonte CEO Nicholas Woodman am 4. September gegenüber Medienvertretern, dass GoPro das angestammte Kamerageschäft nicht aufgeben werde. Das Unternehmen beabsichtige, parallel zur neuen strategischen Ausrichtung weiterhin Action-Kameras zu produzieren und zu vermarkten.

Die geplante Übernahme sieht zudem vor, dass die Schulden von GoPro in Höhe von rund 92 Millionen US-Dollar zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion zurückgezahlt werden. Das Unternehmen soll nach der Fusion weiterhin börsennotiert bleiben.

Operative Schwäche belastet den Ausblick

Die Ankündigung der Fusion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem GoPro mit erheblichen operativen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von über 30 Prozent.

Besonders deutlich fiel die Schwäche beim sogenannten Sell-through aus, der um fast 40 Prozent einbrach. Diese negativen Geschäftszahlen spiegelten sich auch in den Einschätzungen der Analysten wider. Bereits am 11. August senkten die Experten von Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie drastisch von 1,30 auf 0,50 US-Dollar und bestätigten ihre Einstufung mit „Underweight“.

An der Börse sorgte die Nachrichtenlage zuletzt für eine hohe Volatilität. Aktuell notiert das Papier bei 1,19 €, was einem deutlichen Zuwachs von 136 % innerhalb der letzten 30 Tage entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Erholung spiegelt der Kurs noch immer die langfristigen Herausforderungen wider; so verbleibt ein erheblicher Abstand zum 52-Wochen-Tief von 142 %.

Prüfung der Fusionsbedingungen durch Aktionärsvertreter

Während die Unternehmensführung den Zusammenschluss als notwendigen Schritt zur Zukunftssicherung darstellt, regt sich auf Seiten der Anlegervertreter Widerstand. Mehrere Kanzleien für Aktionärsrechte prüfen derzeit, ob die vereinbarten Bedingungen der Fusion, insbesondere die Barabfindung von 1,14 US-Dollar pro Aktie, fair gegenüber den Anteilseignern sind.

Im Fokus der Untersuchungen stehen mögliche Verletzungen von Treuepflichten sowie die Frage, ob der Fusionsprozess ausreichend Schutzmechanismen für die Minderheitsaktionäre vorsah.

Der Abschluss der Transaktion wird nach Erhalt der erforderlichen Genehmigungen noch für das laufende Jahr 2026 erwartet. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen die operative Schwäche im Kerngeschäft abfedern kann, während die Integration in die Strukturen von Starman Optical vorbereitet wird.

Die strategische Neuausrichtung auf die Wachstumsmärkte KI und Verteidigung stellt für GoPro zwar eine Chance dar, erfordert jedoch eine grundlegende Anpassung des bisherigen Geschäftsmodells.

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