Am Dienstagmorgen musste der Goldpreis einen weiteren Rücksetzer hinnehmen. So ging es leicht um 0,85 % auf 4.307 US-Dollar pro Unze nach unten. Auf 1-Monats-Sicht stand die Rohstoff-Notierung mit 7,2 % im Minus (Stand: 22.09.2026, 10:00 Uhr).
Derweil hält Goldman Sachs an seiner bullischen Prognose fest: Die Investmentbank erwartet einen Goldpreis von 5.400 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2027. Damit wäre die Notierung in etwa wieder auf dem Rekordniveau von Anfang 2026. Kurzfristig hat sich die Einschätzung allerdings eingetrübt. Goldman Sachs senkte seine Fair-Value-Schätzung für das Jahresende von 4.900 auf 4.650 US-Dollar.
Goldpreis: Höhere Zinsen bremsen, aber ändern den langfristigen Ausblick nicht
Die Einschätzungen von Goldman Sachs unterstreichen die derzeit signifikante Diskrepanz zwischen kurz- und langfristigen Einflussfaktoren. Steigende Zinsen erhöhen zunächst die Attraktivität verzinslicher Anlagen und können damit insbesondere die Nachfrage nach Gold-ETFs belasten. Goldman Sachs geht jedoch davon aus, dass ein großer Teil dieses Effekts bereits eingepreist ist.
Die Bank rechnet außerdem mit drei Zinssenkungen der Fed zwischen September 2027 und März 2028. Kurzfristig dürfte die Geldpolitik die Goldrally damit ausbremsen, nach Einschätzung der Bank aber nicht grundsätzlich beenden.
Goldpreis: Zentralbanken werden zum entscheidenden Faktor
Laut Goldman Sachs kaufen Zentralbanken derzeit rund 91 Tonnen Gold pro Monat. Vor 2022 waren es durchschnittlich lediglich etwa 17 Tonnen monatlich. Die aktuelle Nachfrage liegt damit bei mehr als dem Fünffachen des früheren Niveaus.
Goldman Sachs erwartet sogar, dass diese Zentralbankkäufe nahezu den gesamten prognostizierten Goldpreisanstieg von rund 23 Prozent bis Ende 2027 erklären könnten.
Goldpreis: 5.400 Dollar bleiben im Blick
Fazit: Für den Goldpreis ergibt sich damit aus meiner Sicht ein interessantes Spannungsfeld. Auf der einen Seite sorgen höhere Zinsen kurzfristig für Gegenwind. Auf der anderen Seite steht eine außergewöhnlich starke strukturelle Nachfrage der Zentralbanken.
Das größte Risiko wäre derzeit eine deutlich restriktivere Fed als bislang erwartet. Genau für diesen Fall warnt Goldman Sachs vor ungewöhnlich starken Rücksetzern. Das Ziel von 5.400 US-Dollar bis Ende 2027 zeigt aber, dass die Investmentbank die strukturellen Kräfte am Goldmarkt momentan stärker gewichtet als den kurzfristigen Zinsgegenwind.
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