Goldpreis: Stabiler Kurs trotz starkem Dollar!

Der Goldpreis verharrt nahe der Marke von 4.500 Dollar, gebremst von Dollarstärke und Zinsängsten, gestützt durch geopolitische Unsicherheit.

Auf einen Blick:
  • Spot-Gold notierte unverändert bei 4.480,29 Dollar pro Unze
  • Starker Dollar und hohe Treasury-Renditen belasten den Goldpreis
  • Hoffnung auf US-Iran-Einigung dämpft Inflationsängste
  • Fed dürfte 2025 keine Zinssenkungen liefern, Märkte preisen sogar Erhöhung ein

Wer am Mittwoch auf einen klaren Richtungsentscheid beim Gold gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der Spot-Goldpreis notierte gegen 13:15 Uhr MESZ praktisch unverändert bei 4.496 Dollar pro Unze, nachdem er zuvor kurz auf den tiefsten Stand seit dem 30. März gerutscht war. Die Juni-Futures gaben um 0,6 Prozent auf 4.482,80 Dollar nach. Kein Absturz, kein Ausbruch nach oben, nur Stillstand.

Zwei Kräfte, die sich gegenseitig lähmen

Der Dollar notierte nahe einem Sechswochenhoch, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums schlicht teurer macht. Gleichzeitig bewegten sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen im Bereich eines Mehrjahreshochs. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold, das bekanntlich keine Zinsen abwirft. Beides zusammen wäre normalerweise Gift für den Goldpreis.

Doch da ist noch die andere Seite. US-Präsident Trump erklärte, der Krieg mit dem Iran werde „sehr schnell“ vorbei sein, Vizepräsident Vance sprach von Fortschritten in den Gesprächen mit Teheran. Rohöl fiel daraufhin um rund ein Prozent, und die Inflationssorgen kühlten sich ein wenig ab.

Gold/USD Chart

Was FXTM-Analyst Otunuga sagt

Lukman Otunuga, Senior Research Analyst bei FXTM, brachte es auf den Punkt: „Jegliche positiven Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran, die zu einer potenziellen Wiederöffnung der Straße von Hormus führen könnten, dürften den Goldpreis stützen, da der Dollar schwächelt und sich die Inflationsängste abkühlen.“ Und die Kehrseite: „Sollten die Gespräche in der Schwebe bleiben oder die Spannungen weiter eskalieren, könnte Gold an Boden verlieren.“

Fed macht keine Zinssenkungen mehr

Das eigentlich Bemerkenswerte kommt aus einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen: Die Fed wird in diesem Jahr keine Zinssenkungen liefern. Was noch vor einigen Monaten als Basisszenario galt, ist nun in das Jahr 2027 verschoben worden. Mehr noch, laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember bereits bei 40 Prozent. Das ist kein Umfeld, in dem Gold einfach nach oben läuft.

ANZ sieht dennoch strukturelle Unterstützung: „Die längerfristige Unterstützung durch geopolitische Unsicherheit, Sorgen um die Staatsverschuldung und die Diversifizierung der Zentralbankreserven bleibt intakt“, hieß es in einer Mitteilung der Bank. Silber legte derweil um 1,8 Prozent auf 75,13 Dollar zu, Platin um 0,3 Prozent auf 1.927,20 Dollar.

Goldbarren-Käufer, die auf einen schnellen Kurssprung warten, warten wohl noch eine Weile.

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