Der Goldpreis hat im März eine deutliche Schwächephase durchlaufen, die bei Anlegern Fragen zur Funktion des Edelmetalls als sicherer Hafen aufgeworfen hat. Die Verluste erscheinen auf den ersten Blick widersprüchlich, angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen weltweit.
Analysten von UBS äußerten sich am Dienstag zu den jüngsten Entwicklungen und ordneten die Kursbewegung als vorübergehende Korrektur ein. Trotz der extremen geopolitischen Unsicherheit, die normalerweise Kapital in sichere Anlagen treibt, zeigt sich das Edelmetall derzeit anfällig für Gewinnmitnahmen.
Vorübergehende Schwäche statt Trendwende
Die Analysten von UBS betonen, dass der Rückgang im März durchaus mit historischen Mustern übereinstimmt. Solche Korrekturen treten auch in längerfristigen Aufwärtstrends auf, ohne dass dies die grundsätzliche Rolle von Gold als Absicherung infrage stellt. Die Bank hält an ihrer bullischen Einschätzung fest und sieht Kurspotenzial bis 6.200 US-Dollar.
Gold/USD Chart
Interessant erscheint der Zeitpunkt der Schwäche: Während geopolitische Krisen normalerweise zu steigenden Goldpreisen führen, könnte die aktuelle Phase auch auf Liquiditätsbedarf oder taktische Umschichtungen zurückzuführen sein. Die genauen Gründe für den Abverkauf bleiben jedoch teilweise unklar.
Zentralbanken halten an Gold fest
Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen, dass Zentralbanken ihre Goldbestände zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 weitgehend stabil gehalten haben. Diese institutionelle Nachfrage gilt als wichtige Stütze für den langfristigen Goldpreis, da Notenbanken ihre Reserven diversifizieren und Abhängigkeiten vom US-Dollar reduzieren möchten.
Die Frage bleibt, wie nachhaltig die aktuelle Schwäche ist. Sollten sich geopolitische Risiken weiter verschärfen oder Inflationssorgen zurückkehren, dürfte Gold seine traditionelle Funktion wieder verstärkt erfüllen. Dann könnte sich auch die UBS-Prognose von 6.200 US-Dollar noch als realistisch entpuppen.
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