Goldpreis: Schluss, aus, vorbei – oder doch nicht?

Gold fällt um 0,9 Prozent, während Goldman Sachs sein Kursziel für Ende 2026 um 500 Dollar reduziert.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis fällt um 0,9 Prozent
  • Goldman Sachs senkt Prognose deutlich
  • Nachlassende Nachfrage nach sicheren Häfen
  • Zentralbankkäufe stützen langfristigen Ausblick

Am Freitagvormittag ging es für den Goldpreis um 0,9 % auf 4.171,4 US-Dollar pro Feinunze nach unten. Die letzte Woche gestartete Erholungsbewegung wurde somit wieder weitestgehend abverkauft (Stand: 19.06.2026, 10:15 Uhr).

Goldpreis: Goldman Sachs senkt Kursziel für Ende 2026

Am Freitag sorgte auch eine Analyse von Goldman Sachs für Druck auf den Goldpreis. So prognostiziert das Investmentinstitut, dass der Marktpreis in den nächsten Monaten weniger stark steigen könnte als bislang erwartet.

Daraufhin hat die US-Investmentbank ihr Kursziel für das Edelmetall gesenkt und verweist dabei vor allem auf eine nachlassende Nachfrage nach sicheren Anlagehäfen infolge der jüngsten Entspannung im Nahen Osten.

Konkret reduzierte Goldman Sachs seine Prognose für den Goldpreis zum Jahresende um 500 US-Dollar auf 3.700 US-Dollar je Feinunze. Zuvor hatte die Bank ein Kursziel von 4.200 US-Dollar ausgegeben. Hintergrund ist die Einschätzung, dass geopolitische Risiken derzeit etwas an Bedeutung verlieren und Investoren deshalb weniger stark in Gold als Sicherheitsanlage investieren könnten.

Goldpreis: Nachlassende Risikoprämie und langfristige Chancen

Nach Ansicht der Analysten dürfte sich die Risikoprämie, die während der jüngsten Spannungen zwischen Israel und dem Iran aufgebaut wurde, teilweise wieder abbauen. Gold profitiert traditionell von geopolitischen Krisen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, da viele Anleger das Edelmetall als Wertspeicher betrachten. Entspannen sich die Rahmenbedingungen, sinkt häufig auch die Nachfrage nach solchen sicheren Häfen.

Trotz der gesenkten Prognose bleibt Goldman Sachs für Gold grundsätzlich optimistisch. Die Bank erwartet weiterhin Unterstützung durch die anhaltenden Käufe zahlreicher Zentralbanken. Viele Notenbanken bauen ihre Goldreserven seit Jahren aus, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren und ihre Währungsreserven breiter aufzustellen.

Darüber hinaus verweisen die Analysten auf mögliche Zinssenkungen in den USA. Sinkende Zinsen gelten in der Regel als positiv für Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft und dadurch im Vergleich zu verzinslichen Anlagen attraktiver werden kann.

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