Goldpreis LBMA: J.P. Morgan peilt 6.000 USD an

Der Goldpreis zeigt sich ruhig und verteidigt die 4.500-USD-Schwelle. Fed-Politik und Zentralbankkäufe prägen das Geschehen.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis erholt sich von Tagestief
  • Fed belässt Zinsen voraussichtlich stabil
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold
  • Widerstand bei 4.600 USD bleibt bestehen

Der Goldmarkt zeigt sich am Dienstag von seiner ruhigen Seite. Nach einem Intraday-Tief von 4.515 USD am Vormittag stabilisierte sich der Preis im Londoner Nachmittagshandel wieder in Richtung der 4.560-USD-Marke— Käufer verteidigten die psychologisch wichtige 4.500-USD-Schwelle erfolgreich.

Der LBMA-PM-Fix vom Montag lag bei 4.565 USD. Die heutige Session bewegte sich damit in einem engen Band, weit entfernt von der Volatilität des ersten Quartals, als Gold innerhalb weniger Wochen rund zehn Prozent korrigierte.

Fed-Politik dominiert die Stimmung

Der wichtigste Treiber bleibt die US-Geldpolitik. Märkte preisen aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,4 Prozent ein, dass die Federal Reserve den Leitzins beim Juni-Meeting unverändert im Bereich von 3,50 bis 3,75 Prozent belässt. Ein anhaltend hohes Zinsniveau belastet grundsätzlich das zinslose Edelmetall— nach unten abgesichert wird Gold jedoch durch mehrere strukturelle Faktoren.

Zentralbanken weltweit kaufen weiter systematisch Gold, um ihre Reserven weg vom US-Dollar zu diversifizieren. Hinzu kommt anhaltende geopolitische Risikoprämie aus dem Nahen Osten. Der Dollar-Index (DXY) lieferte heute kaum Impulse, was Gold weitgehend dem Makrosentiment überließ.

Technisches Bild: Widerstand bei 4.600 USD

Das Allzeithoch vom 28. Januar 2026 bei 5.589 USD liegt noch weit entfernt. Technisch notiert Gold komfortabel über seinen gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 200 Tage, scheitert aber seit 48 Stunden wiederholt an der 4.600-USD-Marke.

Die unmittelbare Unterstützung liegt beim heutigen Tagestief von 4.515 USD, eine stärkere technische Basis findet sich bei 4.420 USD. Auf der Oberseite bilden das gestrige Intraday-Hoch bei 4.588 USD sowie das Anfang Mai getestete Niveau bei 4.611 USD die nächsten Hürden. Der RSI bewegt sich im neutralen Bereich— der Markt sucht nach einem frischen Katalysator.

Institutionelle Bullen bleiben optimistisch

Goldman Sachs bestätigte zuletzt ein Jahresendziel von 5.400 USD. J.P. Morgan geht noch weiter und sieht Gold bis Jahresende bei rund 6.000 USD. Beide Häuser gehören zu den 15 Direktmitgliedern der IBA-Auktion, die auch heute für geordnete Preisfindung sorgten.

Solange US-Staatsanleiherenditen nicht deutlich anziehen, dürfte Gold die 4.600-USD-Marke noch vor Wochenschluss erneut testen. Entscheidend wird sein, ob neue Aussagen aus der Fed diesen Impuls liefern— oder bremsen.

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