Goldpreis: Jetzt regiert wieder das Prinzip Hoffnung!

Der Goldpreis legte kräftig zu, angetrieben von einem schwächeren US-Dollar und sinkenden Ölpreisen, die Inflationsängste dämpfen.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis klettert um 2,2% auf 4.570,74 Dollar je Unze
  • Schwächerer Dollar macht Gold für andere Währungen günstiger
  • Hoffnung auf Deeskalation im Nahenosten-Konflikt stützt
  • Sinkende Ölpreise unter 100 Dollar dämpfen Inflationssorgen

Der Goldpreis legte am Mittwoch deutlich zu und stieg um 1,95 Prozent auf 4.561,35 Dollar je Unze. Die Erholung erfolgte vor dem Hintergrund eines schwächeren US-Dollars und sinkender Ölpreise, die Sorgen über anhaltend hohe Inflation und steigende Zinsen minderten. Berichte über einen möglichen US-Plan zur Beendigung des Konflikts im Nahen Osten gaben dem Edelmetall zusätzlichen Auftrieb.

Gold/US-Dollar Chart

Dollar-Schwäche lässt Gold-Nachfrage wieder aufleben

Die Entspannung beim Dollar erwies sich als wesentlicher Treiber für die Erholung des Goldpreises. Christopher Wong, Stratege bei OCBC, erläutert den Zusammenhang: „Mit der Hoffnung auf eine Deeskalation im Konflikt im Nahen Osten und einer nachlassenden Dollar-Stärke beginnt die Nachfrage nach sicheren Häfen sich wieder durchzusetzen.“ Dies verstärke die Ansicht, dass Gold seinen Status als sicherer Hafen nicht verloren habe, sondern lediglich vorübergehend vom Dollar verdrängt worden sei.

Wong betont, dass Gold kurzfristig weiterhin sensibel auf die Erwartungen zur Zinspolitik der Federal Reserve, die Dollar-Entwicklung und geopolitische Ereignisse reagieren dürfte. Die jüngste Erholung lasse jedoch vermuten, dass Rücksetzer weiterhin Unterstützung finden könnten, sofern die Realzinsen nicht deutlich steigen. Die Marktteilnehmer haben ihre Erwartungen für Zinserhöhungen der Fed bis Dezember bereits von 25 Prozent am Freitag auf etwa 16 Prozent reduziert.

Ölpreis-Rückgang mindert Inflationsdruck spürbar

Die Ölpreise fielen unter die Marke von 100 Dollar je Barrel, was die Inflationssorgen dämpfte. Auslöser war die Aussicht auf einen möglichen Waffenstillstand, der Lieferunterbrechungen aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten beenden könnte. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA machten Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des Konflikts mit dem Iran und hätten ein wichtiges Zugeständnis aus Teheran erhalten. Washington habe dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beilegung vorgelegt.

Höhere Rohölpreise treiben normalerweise die Inflation, indem sie Transport- und Produktionskosten erhöhen. Obwohl steigende Inflation Gold als Absicherung attraktiver macht, belasten hohe Zinsen die Nachfrage nach dem nicht verzinslichen Edelmetall. JP Morgan weist in einer Analyse darauf hin, dass Gold trotz eines Rückgangs von etwa 17 Prozent gegenüber dem Niveau vor dem Konflikt historisch gesehen bei solchen Korrekturen ein taktischer Kaufzeitpunkt gewesen sei.

Anleger stehen vor der Frage, wie nachhaltig die aktuelle Erholung sein wird. Die weitere Entwicklung dürfte stark davon abhängen, wie sich die geopolitische Lage im Nahen Osten entwickelt und ob der Dollar seine Schwächephase fortsetzt. Solange die Realzinsen nicht deutlich anziehen, erscheint das Umfeld für Gold durchaus konstruktiv.

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