Es war kein Absturz, eher ein leises Nachgeben. Der Goldpreis rutschte am Montag um 0,2 Prozent auf 4.605,19 Dollar pro Unze, die Futures für Juni lagen mit 0,6 Prozent Minus bei 4.616,30 Dollar. Dazu noch dünner Handel, weil China, Japan und das Vereinigte Königreich feiertagsbedingt pausieren. Kein gutes Umfeld, um Stärke zu zeigen.
Die Fed hat gesprochen, und der Markt hört noch zu
Was die Stimmung drückt, ist nicht neu, aber hartnäckig. Jerome Powell beendete vergangene Woche seine achtjährige Amtszeit als Fed-Chef mit unveränderten Zinsen und wachsender Sorge um die Inflation. Und einige Fed-Vertreter, die gegen die jüngste Grundsatzerklärung stimmten, machten deutlich: Der Ölpreisschock durch den Iran-Krieg lässt Zinssenkungen auf absehbare Zeit unrealistisch erscheinen, Zinserhöhungen seien hingegen nicht ausgeschlossen.
Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, bringt es auf den Punkt: Gold spüre noch immer die Nachwirkungen der restriktiven Fed-Signale, insbesondere die Gegenstimmen, die sich gegen eine weitere Lockerung aussprechen. Und das ist das Problem für Gold. Höhere Zinsen bedeuten bessere Renditen bei Staatsanleihen, und dann fragt sich mancher Anleger, warum er ein unverzinstes Metall halten soll.
Öl über 100 Dollar, Tanker unter Beschuss
Der Ölpreis gab leicht nach, notierte aber weiter über 100 Dollar pro Barrel. Und dann kam diese Meldung: Ein Tanker in der Straße von Hormus wurde von unbekannten Projektilen getroffen, kurz nachdem Trump ankündigte, Washington wolle Schiffen helfen, die im Golf durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran feststecken. Iranische Staatsmedien berichteten derweil, Teheran prüfe die US-Antwort auf einen 14-Punkte-Friedensvorschlag, übermittelt über Pakistan.
Klarheit sieht anders aus.
Gold/US-Dollar Chart
4.400 oder 5.500 Dollar, je nachdem
Waterer gibt immerhin eine Orientierung: Gold dürfte bis Jahresende grob in einer Spanne zwischen 4.400 und 5.500 Dollar handeln. Das obere Ende setzt eine dauerhafte Entspannung im Nahen Osten und nachlassenden Inflationsdruck voraus. Bleibt der Ölpreis hoch, bleibt Gold eher in der unteren Hälfte dieser Spanne. Eine Spanne von gut 1.100 Dollar, das ist weniger Prognose als ein ehrliches Schulterzucken.
Silber legte derweil 0,1 Prozent auf 75,37 Dollar zu, Platin gewann 0,7 Prozent auf 2.002,80 Dollar, Palladium stieg 0,2 Prozent auf 1.528,22 Dollar. Alles in allem also ein Montag, an dem nichts entschieden wurde, aber vieles in der Schwebe blieb.
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