Goldpreis im Tal der Tränen: Wie lange noch?

Der Goldpreis fällt weiter, während die Bank of America ihr Kursziel für 2026 auf 4.360 Dollar senkt. Kurzfristige Zinsängste belasten, doch langfristig gibt es enorme Kurschancen.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis fällt um 1,23 Prozent
  • BofA senkt Prognose auf 4.360 Dollar
  • Zinsängste belasten Edelmetall kurzfristig
  • Langfristige Treiber bleiben intakt

Am Montagmorgen ging es für den Goldpreis um 1,23 % auf 4.061 US-Dollar pro Unze nach unten (Stand: 13.07.2026, 9:45 Uhr). Der Druck auf die Edelmetall-Notierung hält also an – bedingt auch durch den wieder eskalierenden Iran-Konflikt, der die allgemeinen Zinsängste beflügelt. Höhere Zinsen wirken sich traditionell negativ auf die Nachfrage nach Gold aus.

Goldpreis: Bank of America reduziert Preisziel für 2026

Dies dürfte ein Grund sein, warum die Bank of America (BofA) ihre Prognose für den Goldpreis im Jahr 2026 kürzlich gesenkt hat. Statt eines durchschnittlichen Goldpreises von bislang 5.093 Dollar je Unze erwarten die Analysten nun 4.360 US-Dollar. Die BofA erwartet eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Diese würde wohl auch für einen stärkeren US-Dollar sorgen, was das Edelmetall zusätzlich belastete.

Von einem Ende des Bullenmarktes will die US-Großbank jedoch ausdrücklich nicht sprechen. Vielmehr betont sie, dass die langfristigen Kurstreiber unverändert intakt seien. Dazu zählen die hohe Staatsverschuldung vieler Länder, anhaltende geopolitische Risiken sowie die starke Nachfrage der Zentralbanken nach Gold. Sobald der Zinserhöhungszyklus der Fed beendet sei, hält die Bank of America sogar Goldpreise von bis zu 6.000 Dollar je Unze weiterhin für möglich.

Gold: Kurzfristiger Gegenwind, langfristiger Rückenwind

Die Analysten unterscheiden damit klar zwischen der kurzfristigen und der langfristigen Entwicklung. Höhere Zinsen erhöhen zwar die Opportunitätskosten einer Goldanlage, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft. Langfristig sprechen aus Sicht der Bank jedoch strukturelle Faktoren wie die hohe Verschuldung und die anhaltenden Goldkäufe der Notenbanken weiterhin für steigende Preise.

Mit ihrer Einschätzung steht die Bank of America nicht allein. Auch andere große Investmentbanken haben ihre kurzfristigen Prognosen zuletzt zwar etwas reduziert, halten jedoch an einem positiven Langfristausblick fest.

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