Goldpreis im freien Fall: Was Sie jetzt wissen sollten!

Der Goldpreis verzeichnet starke Verluste, angetrieben durch einen starken US-Dollar und Zinserwartungen. Große Banken halten dennoch an ihren positiven Langfristprognosen fest.

Auf einen Blick:
  • Starker US-Dollar belastet Goldnachfrage
  • Zinsängste machen Edelmetall unattraktiver
  • Geopolitische Spannungen im Nahen Osten
  • Investmentbanken bleiben langfristig optimistisch

Auch in der neuen Woche setzte der Goldpreis seine Abwärtsbewegung fort. Konkret verlor die Edelmetall-Notierung am Vormittag rund 6 % auf 4.235 US-Dollar pro Feinunze. Zuletzt hatte der Goldpreis Anfang Dezember auf diesem Niveau notiert. Allein in den letzten sieben Handelstagen ging es somit um mehr als 15 % abwärts (Stand: 23.03.2026, 10:00 Uhr).

Gold/US-Dollar Chart

Goldpreis: Iran-Krieg vor weiterer Eskalation?

Verantwortlich für den deutlichen Preisrückgang ist der Iran-Krieg. Dieser stärkt zwar prinzipiell das Sicherheitsbedürfnis der Anleger, wirkt sich in diesem Falle aber nicht positiv auf den Goldpreis aus. Am Wochenende hat sich der Konflikt im Nahen Osten abermals zugespitzt, was die jüngsten Rücksetzer am Montagvormittag erklärt.

So hatte US-Präsident Trump eine 48-Stunden-Frist für das Mullah-Regime gesetzt und damit gedroht, die Stromversorgung des Irans auszuschalten, sollte der Schiffstransport durch die Straße von Hormus weiterhin durch das Regime verhindert bzw. gestört werden. Der Iran wiederum entgegnete seinerseits mit Drohungen vor allem gegen israelische und amerikanische Stützpunkte in der Region. Der Krieg könnte also in der laufenden Woche weiter eskalieren.

Goldpreis: Starker US-Dollar und Zinsbedenken

Dass der Goldpreis in dem Kontext verliert, hat verschiedene Gründe. Erstens: Der US-Dollar hat seit Beginn des Krieges zum Beispiel gegenüber dem Euro aufgewertet.  Das hat unter anderem mit den höheren Ölpreisen zu tun.

Öl wird weltweit fast ausschließlich in US‑Dollar gehandelt. Wenn der Ölpreis steigt, müssen alle Länder, die Öl importieren, mehr Dollar kaufen, um die gleiche Menge Öl zu bezahlen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Nachfrage nach Dollar, die den Wechselkurs stärkt.

Ein steigender Dollar wirkt sich wiederum negativ auf den Goldpreis aus, da dadurch die Kosten für Käufer aus anderen Währungsregionen steigen, was die Nachfrage belastet.

Zweitens: Wegen der hohen Ölpreise gibt es Befürchtungen, dass die Inflation z.B. in den USA deutlich anzieht. In der Folge wird es für die Notenbank FED schwieriger, die Leitzinsen zu senken. Einige befürchten gar einer erneute Erhöhung der Zinsen, je nach dem, wie lange der Krieg und der Ölpreis-Boom anhalten.

Höhere Zinsen wirken sich negativ auf den Goldpreis aus, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft und somit im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen unattraktiver wird. Die Renditen für Staatsanleihen jedenfalls sind in den letzten Tagen merklich gestiegen, weil der Markt offenbar eine höhere Inflation und möglicherweise Leitzinserhöhungen einpreist.

Goldpreis: Korrektur als Fundament für neue Rekorde?

Dennoch: Trotz des fundamentalen Gegenwinds behalten die meisten großen Investmenthäuser ihre bullischen Prognosen für den Goldpreis bei – darunter JPMorgan und die Deutsche Bank. So könnten die aktuellen Rücksetzer eine gesunde Konsolidierung innerhalb eines Bullenmarktes sein, der letztendlich neue Rekordpreise ermöglichen würde.

Die grundsätzlichen Trends, die für den Goldpreis sprechen, sind unter anderem die von China angeführte De-Dollarisierung, die massiv ausufernden Staatsschulden der USA und das hohe Interesse der Zentralbanken an Goldkäufen. Diese Trends dürften laut den meisten Experten intakt bleiben.

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