Der Goldpreis tritt auf der Stelle. 4.191,09 Dollar je Unze stand am frühen Dienstagmorgen auf dem Kurszettel, kaum bewegt, kaum eine Regung. Wer auf einen großen Ausbruch nach oben gehofft hatte, wartet noch.
Frieden in Sicht, aber die Fed macht Druck
Dabei fehlt es nicht an Stoff. Die USA haben die Iran-Sanktionen für 60 Tage ausgesetzt, nachdem in der Schweiz erste Gespräche unter einem Friedensrahmen stattfanden. US-Vizepräsident JD Vance sprach von einem „guten Fundament“ für ein endgültiges Abkommen. Iran dementierte allerdings, dass sein Nuklearprogramm überhaupt Gesprächsthema war. Auch im Libanon hält eine Waffenruhe. Geopolitische Entspannung also, und genau das ist für Gold kein Rückenwind.
Dazu kommt die Fed. Händler sehen inzwischen eine 89-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember, vor der Fed-Sitzung der vergangenen Woche waren es noch 61 Prozent. Höhere Zinsen, stärkerer Dollar, weniger Glanz für das Edelmetall. Das ist die simple Mechanik, und sie wirkt.
Warsh kommt, Goolsbee grübelt
Fed-Chef Kevin Warsh wird am 14. Juli seine erste geldpolitische Aussage vor dem Kongress machen. Was er sagen wird, weiß noch niemand genau. Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee immerhin gab schon mal die Richtung vor: Er beobachtet, ob die Inflation hartnäckig bleibt oder ob nachlassende Zolleffekte und eine Beruhigung im Nahen Osten sie doch noch drücken. Eine klare Aussage klingt anders.
Spekulanten bleiben optimistisch
Interessant dabei: Die großen Spekulanten haben in der Woche bis zum 16. Juni ihre Netto-Long-Positionen um 9.258 Kontrakte auf 112.918 erhöht. Das ist kein Zeichen von Panik, eher von Geduld. Silber hingegen verlor 0,4 Prozent auf 64,92 Dollar, Platin ebenfalls 0,4 Prozent auf 1.672,90 Dollar.
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