Goldpreis: Erholung auf tönernen Füßen!

Gold und Silber verzeichnen deutliche Tagesgewinne, getrieben von diplomatischen Hoffnungen im Nahen Osten. Seit Kriegsbeginn liegt das Edelmetall jedoch noch immer deutlich im Minus.

Auf einen Blick:
  • Gold-Futures steigen nach zwei Verlusttagen um 1,7% auf 4.825 Dollar je Unze
  • Silber legt sogar 5,1% zu, beste Notierungen beider Metalle seit Mitte März
  • Hoffnung auf neue US-Iran-Gespräche drückt Ölpreis unter 100 Dollar und stützt Gold
  • Seit Kriegsbeginn Ende Februar hat Gold dennoch rund 10% verloren

Zwei Tage lang ging es runter, dann kam die Gegenbewegung. Front-Month-Comex-Gold für April-Lieferung stieg um 1,7% auf 4.825,00 Dollar je Unze, Silber sprang sogar um 5,1% auf 79,391 Dollar. Beste Schlusskurse beider Metalle seit Mitte März. Klingt gut. Ist es aber nur bedingt.

Der Treiber: Diplomatie, nicht Fundamentaldaten

Was Gold nach oben zog, war nicht etwa eine plötzliche Flucht in sichere Häfen. Es war die Hoffnung auf Gespräche. Präsident Trump deutete an, dass Verhandlungen zur Beendigung des Nahost-Krieges in den nächsten Tagen in Pakistan wieder aufgenommen werden könnten, nachdem das Wochenende mit dem Scheitern der Verhandlungen und einer US-Seeblockade iranischer Häfen geendet hatte. Der Ölpreis fiel daraufhin unter 100 Dollar je Barrel, der Dollar driftete weiter ab, und Gold profitierte vom nachlassenden Inflationsdruck.

Inki Cho, Analyst bei Exness, brachte es auf den Punkt: „Jedes Zeichen diplomatischen Fortschritts kann Inflationssorgen lindern und eine Erholung beim Edelmetall stützen.“ Und weiter: „Die Richtung des Goldpreises bleibt eng an die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Einfluss auf Energiepreise und Inflationserwartungen geknüpft.“

Gold/US-Dollar Chart

Was Commerzbank-Analyst Fritsch beruhigt, sollte auch nachdenklich stimmen

Carsten Fritsch von der Commerzbank lieferte derweil die vielleicht ehrlichste Einschätzung: Solange der Markt keine ernsthaften Zinserhöhungen der Fed einpreise, werde Gold nicht wesentlich weiter fallen. Das klingt nach Stabilität. Ist aber im Grunde nur ein Argument dafür, dass die Abwärtsrisiken begrenzt sind, nicht dass die Aufwärtsrisiken groß wären.

Minus 10% seit Kriegsbeginn

Denn der Kontext fehlt in den Jubelmeldungen über den Tagesanstieg. Seit Beginn des Nahost-Krieges Ende Februar hat Gold rund 10% verloren. Der Grund: In den ersten Tagen des Konflikts verkauften Investoren ihre Goldbestände, um Verluste anderswo zu decken. Ein klassischer Liquiditätsengpass, der das Edelmetall in genau dem Moment unter Druck setzte, in dem es eigentlich hätte glänzen sollen.

Die Erholung der letzten Wochen hat diesen Verlust noch nicht annähernd wettgemacht. Ein Tagesplus von 1,7% ist nett. Aber eben kein Wendepunkt.

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