Der Goldpreis hat am Donnerstagmittag leichte Einbußen hinnehmen müssen – um 0,4 % auf 4.392 US-Dollar pro Unze. Seit Anfang August stand die Notierung dennoch mit 8,6 % im Plus, nachdem das Edelmetall Anfang des Jahres neue Rekordwerte erreicht hatte und anschließend unter Druck geriert (Stand: 13.08.2026, 13:30 Uhr).
Der Goldpreis steht derzeit im Spannungsfeld zwischen Inflation und Zinspolitik. Anleger beobachten vor allem die US-Notenbank Fed, da bereits kleine Veränderungen bei den Zinserwartungen große Auswirkungen auf das Edelmetall haben können.
Laut einer Analyse von CNBC sorgten zuletzt neue Inflationsdaten für Bewegung am Goldmarkt. Die Preisentwicklung in den USA fiel weitgehend wie erwartet aus. Dadurch gingen die Befürchtungen zurück, dass die Fed ihre Leitzinsen bereits bei der nächsten Sitzung anheben könnte. In der Folge kletterte der Goldpreis auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten.
Goldpreis: Zinserwartungen bleiben kurzfristig entscheidend
Gold reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen der Geldpolitik. Steigende Zinsen gelten meist als Belastung für das Edelmetall, da Gold selbst keine laufenden Erträge abwirft. Festverzinsliche Anlagen werden in einem solchen Umfeld attraktiver. Sinkende Zinserhöhungsängste können dagegen den Goldpreis stützen.
Inzwischen richten sich die Blicke der Anleger vor allem auf neue Konjunktur- und Inflationsdaten, die Hinweise auf den weiteren Kurs der Fed liefern könnten.
Goldpreis: Experten betonen strukturelle Unterstützung
Unter Marktbeobachtern überwiegt derzeit ein positiver Blick auf Gold. Die frühere Wirtschaftsberaterin des US-Präsidenten George W. Bush, Pippa Malmgren, erklärte laut CNBC, viele Investoren seien weiterhin besorgt über die hohe Staatsverschuldung in den USA und das schwächere Wachstum in anderen Regionen. Dies spreche langfristig für Inflation und erhöhe die Attraktivität von Gold als Wertspeicher.
Auch Patrick Kennedy von AllSource Investment Management verwies in dem CNBC-Bericht auf die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken. Diese hätten ihre Goldkäufe in den vergangenen Jahren kontinuierlich fortgesetzt. Besonders die chinesische Notenbank baue ihre Bestände weiter aus, was nach seiner Einschätzung auf ein sinkendes Vertrauen in klassische Papierwährungen hindeuten könnte.
Der milliardenschwere Investor John Paulson sieht den Goldmarkt ebenfalls weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrend. Als Gründe nennt er laut CNBC den Vertrauensverlust in Papiergeld sowie die hohen staatlichen Ausgaben vieler Länder.
Etwas vorsichtiger äußerte sich dagegen Joe Cavatoni vom World Gold Council. Er sieht die jüngste Erholung des Goldpreises vor allem als taktische Rückkehr von Anlegern in den Markt. Damit deutet er an, dass die aktuellen Kursgewinne nicht zwangsläufig bereits den Beginn einer neuen langfristigen Rallye markieren müssen.
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