Der Goldmarkt boomt – und diese Aktie profitiert mehr als jede Mine

Gold.com dominiert den nordamerikanischen Online-Edelmetallhandel und verzeichnet durch vertikale Integration und eine Tether-Partnerschaft starkes Wachstum bei Umsatz und Gewinn.

Auf einen Blick:
  • Marktführer im digitalen Goldhandel Nordamerikas
  • Vertikale Integration der gesamten Wertschöpfungskette
  • Strategische Partnerschaft mit Stablecoin-Riesen Tether
  • Starker Umsatz- und Gewinnanstieg im jüngsten Quartal

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord. Anleger, die an diesem Boom teilhaben wollen, denken zuerst an Minenunternehmen. Doch es gibt eine weitgehend übersehene Aktie, die vom Edelmetallboom auf eine ganz andere Weise profitiert. Nicht durch das Graben von Erz aus der Erde, sondern durch den Handel, die Verarbeitung und die digitale Vermarktung von physischem Gold und Silber. Diese Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt. Dann kam ein Rücksetzer von 33 Prozent. Genau jetzt könnte der Einstiegszeitpunkt entstehen, den aufmerksame Anleger gesucht haben.

Gold.com: Vom Nischenanbieter zur Marktdominanz

Das Unternehmen hinter dem Börsenkürzel GOLD auf der New York Stock Exchange heißt Gold.com Inc. Früher firmierte es unter dem Namen A-Mark Precious Metals und war vor allem Insidern bekannt. Die Umbenennung und Neunotierung an der NYSE im vergangenen Jahr markierte den Beginn einer neuen Strategie. Gold.com kontrolliert heute rund 30 Prozent des nordamerikanischen Online-Einzelhandels für Edelmetalle. Damit ist das Unternehmen aus Costa Mesa, Kalifornien, unangefochten der größte digitale Händler seiner Branche auf dem Kontinent.

Das Portfolio umfasst mehr als 20 Marken. Dazu zählen bekannte Online-Händler wie JM Bullion, GovMint, Stack’s Bowers, Pinehurst Coins und Monex. Zusammen bedienen diese Plattformen 4,4 Millionen Direktkunden. Im jüngsten Quartal kamen 96.100 neue Kunden hinzu. Die Zahl der aktiven Käufer stieg von 147.300 auf 229.100 Kunden im Jahresvergleich. Das sind keine abstrakten Wachstumszahlen, sondern Ausdruck einer enormen Nachfrage nach physischen Edelmetallen.

Das Geschäftsmodell: Mehr als ein Händler

Was Gold.com von einem einfachen Edelmetallhändler unterscheidet, ist die vertikale Integration der gesamten Wertschöpfungskette. Das Unternehmen ist an nahezu jedem Schritt zwischen Rohmetall und Endkunde beteiligt.

Gold.com ist autorisierter Distributor für staatliche Münzprägeanstalten. Dazu gehören amerikanische Silver Eagles und Canadian Gold Maple Leafs, also staatlich garantierte Produkte mit hoher Nachfrage. CEO Greg Roberts erklärte, dass Kunden bei Engpässen bei staatlichen Münzen auf die firmeneigenen Barrenprogramme umsteigen. Diese eigenen Produkte erzielen höhere Margen als staatliche Münzen. Das schützt die Gewinne auch bei Lieferengpässen.

Noch bedeutsamer ist die Übernahme von Sunshine Minting in diesem Monat. Sunshine Minting ist eine der größten privaten Münzprägereien Nordamerikas. Nach der vollständigen Eingliederung verfügt Gold.com über eine Produktionskapazität von mehr als drei Millionen Unzen pro Woche. Das erlaubt dem Unternehmen, den Produktmix gezielt in Richtung höhermargiger Eigenmarken zu verschieben.

Die verborgenen Ertragsquellen

Hinter dem sichtbaren Edelmetallhandel arbeiten zwei Divisionen, die für die Ertragsstabilität entscheidend sind.

A-M Global Logistics betreibt ein Netzwerk aus Verteilzentren und sicheren Lagerstätten. Die Einheit transportiert physisches Edelmetall im industriellen Maßstab und bedient damit auch institutionelle Kunden weit jenseits des Privatanlegermarkts. Die zweite Division ist Collateral Finance, eine Finanzierungstochter, die Kredite gegen Sicherheiten in Form von Edelmetallen vergibt. Beide Divisionen zusammen erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr rund 40 Prozent des Bruttogewinns des Konzerns. Das ist ein stabilisierendes Fundament, das unabhängig von kurzfristigen Preisschwankungen bei Gold und Silber wirkt.

Dieser Aspekt des Geschäftsmodells wird am Markt noch stark unterschätzt. Gold.com ist eben nicht nur ein Händler, dessen Gewinn direkt mit dem Goldpreis steigt oder fällt. Der Kerngewinn entsteht aus der Handelsspanne auf jede Transaktion sowie aus Zins- und Gebühreneinnahmen. Analysten weisen darauf hin, dass die erhöhte Marktvolatilität der vergangenen Monate die Handelsspannen ausgeweitet hat. Das begünstigt das Ergebnis von Gold.com erheblich.

Fintech trifft Edelmetall: Die Tether-Partnerschaft

Im Februar dieses Jahres gab Gold.com eine strategische Investition in Höhe von 150 Millionen Dollar durch Tether bekannt. Tether ist der weltweit größte Herausgeber von Stablecoins und kontrolliert ein enormes Kapitalvolumen im Kryptomarkt. Die Partnerschaft zielt auf den wachsenden Markt für tokenisierte Sachwerte.

Konkret bedeutet das: Gold.com stellt die physische Infrastruktur für ein goldgedecktes Stablecoin-Angebot von Tether bereit. Über die firmeneigene Plattform CyberMetals können Anleger bereits heute digitale Konten führen, die durch physisches Edelmetall hinterlegt sind. Die Zusammenarbeit mit Tether öffnet dieses Konzept für eine jüngere, digital geprägte Anlegergeneration, die bislang kaum in physischem Gold investiert hat. Das ist ein Wachstumsmarkt mit erheblichem Potenzial für die nächsten Jahre.

Die Zahlen stimmen

Im jüngsten Quartalsbericht meldete Gold.com einen Umsatzanstieg von 136 Prozent im Jahresvergleich auf 6,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte von 6,6 Millionen auf 11,7 Millionen Dollar. Das Unternehmen wächst also nicht auf Kosten der Profitabilität, sondern in Verbindung mit ihr.

Der World Gold Council dokumentierte für 2025 eine Rekordnachfrage nach Gold von mehr als 5.000 Tonnen. Das Kaufvolumen bei Barren und Münzen stieg im vierten Quartal um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gold.com profitiert direkt von dieser Entwicklung, weil steigende Transaktionsvolumina den Kerngewinn treiben.

Für das laufende und kommende Geschäftsjahr gehen Marktbeobachter von zweistelligem Gewinnwachstum aus. Für das Geschäftsjahr 2027 wird ein Gewinn je Aktie von 3,46 Dollar erwartet. Auf Basis des aktuellen Kurses von 44,99 Dollar entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 13. Zum Vergleich: In der Hochphase des Jahres 2021 wurde die Aktie mit mehr als dem 20-fachen Gewinn bewertet.

Neben dem Bewertungspotenzial bietet die Aktie auch laufende Erträge. Gold.com zahlt eine vierteljährliche Dividende mit einer aktuellen Rendite von 1,8 Prozent. Zusätzlich hat das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm erweitert. Das rechnerische Rückkaufpotenzial beläuft sich auf rund 7,1 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung. Beides zusammen macht die Aktie auch für ertragsorientierte Investoren interessant.

Risiken, die Anleger kennen sollten

Kein Investment kommt ohne Risiken. Bei Gold.com liegt das größte Risiko nicht im direkten Goldpreisrückgang. Gefährlicher wäre ein Umfeld sinkender Nachfrage nach physischen Edelmetallen insgesamt. Sollte der Goldpreis deutlich fallen, könnte das Anlegerinteresse an der gesamten Anlageklasse nachlassen. Das würde Transaktionsvolumina und damit Kerngewinne belasten.

Ein weiterer Risikofaktor sind steigende Realzinsen. Historisch gelten zinstragende Anlageformen als Konkurrenz zu Gold. Ein Zinsanstieg könnte die Nachfrage nach physischen Edelmetallen bremsen. Als Small-Cap-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 1,3 Milliarden Dollar ist die Aktie zudem anfällig für breitere Stimmungsschwankungen am Markt. Starke Kursbewegungen, wie zuletzt der Rücksetzer von 33 Prozent, gehören zur Charakteristik dieses Titels.

Fazit: Eine übersehene Infrastrukturaktie des Goldbooms

Der Goldboom hat viele Gewinner hervorgebracht. Minentitel stehen im Rampenlicht. Gold.com hingegen spielt eine andere Rolle. Das Unternehmen ist die Infrastruktur hinter dem physischen Goldhandel in Nordamerika, kombiniert mit einem wachsenden Fintech-Standbein und einer integrierten Lieferkette vom Rohmetall bis zum Endkunden. Diese Kombination ist an der Börse noch nicht ausreichend eingepreist.

Der aktuelle Bewertungsabschlag gegenüber dem historischen Hoch und dem erwarteten Gewinnwachstum bildet einen breiten Spielraum für eine Aufwertung. Anleger, die bereits Minenaktien im Portfolio halten, finden in Gold.com zudem eine strategische Ergänzung, die anders auf das Marktumfeld reagiert als klassische Produzenten.

A-Mark Precious Metals-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue A-Mark Precious Metals-Analyse vom 21. April liefert die Antwort:

Die neusten A-Mark Precious Metals-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für A-Mark Precious Metals-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

A-Mark Precious Metals: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)