Goldman Sachs legt Bitcoin ETF auf: „Damit hatte ich nicht gerechnet!“

Goldman Sachs reicht Antrag für Bitcoin-ETF ein, der über Optionen auf Bitcoin-ETPs Rendite generiert. Der Fonds nutzt eine Overwrite-Strategie für regelmäßige Ausschüttungen.

Auf einen Blick:
  • Goldman Sachs reicht SEC-Filing für 'Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF' ein
  • Mindestens 80% des Fondsvermögens soll in Bitcoin-bezogene Produkte investiert werden
  • Kernstrategie: Verkauf von Call-Optionen auf 40% bis 100% der Bitcoin-Exposure
  • BlackRock arbeitet parallel an einem ähnlichen Produkt namens iShares Bitcoin Premium Income ETF

Goldman Sachs, die Bank, die man eher mit Goldbarren, Staatsanleihen und diskret gekleideten Managing Directors in Verbindung bringt, hat jetzt ein SEC-Filing für einen Bitcoin-ETF eingereicht. Konkret: den „Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF“. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas, der wirklich jeden Winkel dieses Markts kennt, reagierte mit den Worten: „Ich kann nicht behaupten, dass ich damit gerechnet hätte.“ Er hatte erwartet, dass Banken wie JPMorgan und Goldman Sachs dem Krypto-Thema lieber aus dem Weg gehen. Ich ehrlich gesagt auch.

Kein Bitcoin, aber Bitcoin-Rendite

Das Produkt ist dabei konzeptionell clever gestrickt. Goldman hält demnach keinen einzigen Bitcoin direkt. Weder der Fonds selbst noch eine geplante Cayman-Islands-Tochter werden das direkt tun. Stattdessen investiert der Fonds in Bitcoin-ETPs, Optionen auf diese Produkte und Index-Optionen, die an Bitcoin-ETPs gekoppelt sind. Mindestens 80 Prozent des Nettovermögens sollen so in Bitcoin-Exposure fließen, nur eben indirekt.

Das Herzstück ist eine sogenannte Options-Overwrite-Strategie. Der Fonds verkauft Call-Optionen auf rund 40 bis 100 Prozent seiner Bitcoin-Positionen. Wer das nicht kennt: Man kassiert dafür eine Prämie, verzichtet aber im Gegenzug auf einen Teil der Kursgewinne, wenn Bitcoin stark steigt. Das Ergebnis sind monatliche Ausschüttungen an die Anleger, wobei ein Teil davon steuerlich als Kapitalrückzahlung behandelt werden kann.

Risiken stehen im Kleingedruckten

Das Filing listet als Risiken die üblichen Verdächtigen: Bitcoins Preisvolatilität, regulatorische Unsicherheit, Hacking-Risiken, Liquiditätsprobleme bei Bitcoin-Optionen. Dazu kommen strukturelle Risiken durch die Cayman-Konstruktion. Das ist keine Überraschung, aber es zeigt, dass Goldman den Aufwand nicht gescheut hat, das Produkt regulatorisch wasserdicht zu machen.

Interessant ist zudem, dass BlackRock parallel an einem fast identischen Produkt arbeitet, dem iShares Bitcoin Premium Income ETF. Zwei der größten Vermögensverwalter der Welt, beide gleichzeitig, beide mit derselben Idee. Das ist kein Zufall. Das ist ein Markt, der sich gerade neu sortiert, und zwar in Richtung Bitcoin als Einkommensquelle statt als reines Spekulationsobjekt.

Wer also noch dachte, die großen Banken würden Bitcoin ignorieren, hat jetzt seine Antwort. Goldman Sachs hat sie geliefert, still und leise per SEC-Filing.

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