Goldman Sachs taucht diese Woche gleich zweimal als Finanzier im Umfeld von Künstlicher Intelligenz auf – einmal als Konsortialbank bei einem Börsengang, einmal als Investor hinter einer Übernahme im Bereich AI-gestützter Datenanalyse für Privatmärkte.
Beim geplanten US-Börsengang von City Therapeutics gehört Goldman Sachs zu den Konsortialbanken, gemeinsam mit Jefferies, Stifel und Oppenheimer. Das 2023 gegründete Biotech-Unternehmen aus Cambridge, Massachusetts, entwickelt RNA-basierte Medikamente gegen seltene Erkrankungen und will unter dem Kürzel „CTY“ an der Nasdaq notieren.
Bislang hat City Therapeutics rund 238,8 Millionen Dollar von Investoren wie ARCH Venture Partners, Fidelity und Viking Global eingesammelt. Der Börsengang reiht sich in eine Welle von Biotech-Listings ein, die trotz steigender Anleiherenditen und Zurückhaltung bei risikoreicheren Anlagen in diesem Herbst an Fahrt gewinnt.
Investment in Privatmarkt-Technologie
Auf der anderen Seite des Geschäfts steht Goldman Sachs Alternatives als Investor hinter 73 Strings, einem auf Bewertung und Portfolio-Intelligenz spezialisierten Anbieter für alternative Vermögensverwalter. Das Unternehmen hat die Pariser Fintech-Firma Callisto übernommen, deren Technologie Due-Diligence-Prozesse und Datenraum-Analysen automatisiert.
Goldman Sachs Alternatives hatte bereits eine 55-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde von 73 Strings im Februar 2025 angeführt, an der auch Blackstone Innovations Investments und Hamilton Lane beteiligt waren.
Mit der Callisto-Übernahme baut 73 Strings sein Angebot für Kunden aus, die zusammen rund 20 Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen repräsentieren – darunter neun der zehn größten Private-Capital-Firmen weltweit. Jade Mandel, Managing Director bei Goldman Sachs Alternatives, bezeichnete den Zukauf als Beleg für die Strategie, organisches Wachstum mit gezielten Übernahmen zu kombinieren.
Beide Engagements zeigen, wie stark sich Goldman Sachs derzeit in Wachstumsfelder rund um Technologie und Datenauswertung einbringt – als klassischer Konsortialpartner im Kapitalmarktgeschäft ebenso wie als strategischer Investor im Bereich alternativer Vermögensverwaltung.
Für die Bank bleibt es ein Geschäftsmodell mit zwei Standbeinen: Provisionen aus dem Emissionsgeschäft auf der einen, Beteiligungserträge aus dem Alternatives-Portfolio auf der anderen Seite.
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