Mit einem Kursverlust von vier Prozent ist die Goldman Sachs-Aktie am Mittwochnachmittag der schwächste Wert im US-Leitindex Dow Jones Industrial. Was drückt auf den Kurs des US-Investmentbank?
Sell the News
Man kann es nur als klassischen Fall von „Sell the News“ bezeichnen, denn die Quartalszahlen, die Goldman Sachs heute vorlegte, können sich wirklich sehen lassen. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Vierteljahr um 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 17,2 Milliarden US-Dollar.
Noch besser war die Ergebnisentwicklung der Investmentbank. Der Nettogewinn kletterte im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 17,55 US-Dollar. Im Vorfeld hatten Analysten „nur“ 16,35 Dollar auf dem Zettel.
Aber drei Faktoren trüben wahrscheinlich die Stimmung der Investoren. Während das Investmentbanking und der Aktienhandel boomten, sank der Umsatz im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen überraschend um zehn Prozent. In einem Marktumfeld, das von hoher Volatilität geprägt ist, hatten Profis hier mit deutlich mehr gerechnet.
Zudem warnen Marktbeobachter heute, dass dies der Höhepunkt der Gewinnentwicklung gewesen sein könnte. Angesichts steigender Ölpreise (über 100 USD) und der US-Blockade im Iran-Konflikt fürchten Anleger, dass das wirtschaftliche Umfeld für Deals und Börsengänge im restlichen Jahr 2026 deutlich schwieriger wird.
Nicht zuletzt war die Goldman Sachs-Aktie im Vorfeld der Zahlen bereits stark gelaufen (+37 Prozent seit Jahresbeginn). Viele Trader hatten auf ein „Blowout-Quartal“ gewettet und ziehen nun ihr Kapital ab, da die Ergebnisse „nur“ gut, aber nicht außergewöhnlich genug waren, um die Rallye sofort fortzusetzen.
Keine positiven Kurskatalysatoren
Die Goldman Sachs-Aktie drängt sich vor diesem Hintergrund nicht zum Kauf auf. Kurzfristig sind keine positiven Kurskatalysatoren zu erwarten.
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