Ein Ergebnis, das selbst optimistische Analysten überrascht hat: Goldman Sachs hat im zweiten Quartal 2026 das stärkste Ergebnis seiner Geschichte vorgelegt. Der Nettogewinn für Stammaktionäre lag bei 6,40 Milliarden Dollar und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr annähernd verdoppelt. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 7,66 Prozent auf 1.126,86 Dollar.
Die Gesamterträge kletterten um 39 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie erreichte 20,98 Dollar. Beide Werte lagen deutlich über den Konsensschätzungen der Wall Street — beim Gewinn um fast 46 Prozent, beim Umsatz um mehr als 26 Prozent.
Handel und Investmentbanking als Treiber
Der Bereich Global Banking & Markets war der eigentliche Motor des Quartals. Die Erträge im Aktienhandel erreichten mit 7,4 Milliarden Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen legte um 32 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar zu.
Auch das klassische Investmentbanking-Geschäft brummte: Die Gebühreneinnahmen stiegen um 55 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar, getragen von Beratungsmandaten, Aktien- und Anleiheemissionen. Laut Dealogic-Daten verteidigte Goldman seine Spitzenposition bei angekündigten und abgeschlossenen M&A-Deals. Einzig die Sparte Platform Solutions bremste — Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Apple-Card-Kreditportfolio drückten die Erträge dort um 64 Prozent auf nur noch 221 Millionen Dollar.
Kapitalrückgabe wächst zweistellig
Der Vorstand beschloss eine Anhebung der Quartalsdividende um 11 Prozent auf 5,00 Dollar je Aktie — bereits die 14. Erhöhung in Folge. Zusammen mit Aktienrückkäufen floss im Quartal ein Betrag von 5,36 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurück.
Die Kapitalausstattung verbesserte sich parallel: Die harte Kernkapitalquote stieg auf 12,9 Prozent, rund 150 Basispunkte über der regulatorischen Mindestanforderung. Die verwalteten Vermögen im Wealth-Management-Geschäft erreichten mit 4,04 Billionen Dollar ebenfalls einen Höchststand, getrieben von Nettozuflüssen von 230 Milliarden Dollar.
CEO David Solomon verwies auf den KI-Investitionszyklus als zentralen Wachstumstreiber und erklärte, dieser weite den Kapitalbedarf über die reine Technologie hinaus auf Infrastruktur, Energie und Rechenzentren aus. Für das Gesamtjahr hob das Management das Fundraising-Ziel im Alternatives-Geschäft auf mehr als 125 Milliarden Dollar an. Für das dritte und vierte Quartal 2026 stellte der Konzern zudem deutlich höhere Erfolgsgebühren aus bereits bekannten Transaktionen in Aussicht.
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