Goldman Sachs zeigt sich diese Woche als Taktgeber gleich an mehreren Fronten der Kapitalmärkte. Die Investmentbank stuft nicht nur eine deutsche Rüstungsaktie hoch, sie positioniert sich auch mit einer klaren Meinung zu Hypothekenanleihen und warnt vor Turbulenzen am Eisenerzmarkt. Drei Themen, ein gemeinsamer Nenner: Goldman sucht aktiv nach Chancen, wo andere noch zögern.
Hochstufung für Rüstungswert RENK
Analyst Sam Burgess hat RENK am Freitag von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft, das Kursziel bleibt bei 65 Euro. Der jüngste Kursrückschlag beim Getriebespezialisten aus dem Rüstungssektor biete aus Sicht der Bank eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Burgess verweist auf eine gut absehbare Wachstums- und Gewinnentwicklung des Unternehmens.
Warnsignal beim Eisenerz
Weniger optimistisch fällt der Blick auf den Rohstoffmarkt aus. Der Eisenerzpreis ist auf rund 95 US-Dollar je Tonne gefallen, nachdem Käufer in den vergangenen zwei bis drei Jahren im Durchschnitt noch etwa 105 Dollar zahlen mussten. Das Angebot wächst, während aus China schwächere Nachfragesignale kommen — eine Kombination, die Goldman Sachs für den Herbst als Risiko einstuft.
Zinsmarkt: Chance bei Hypothekenanleihen
Am Anleihemarkt sieht die Bank derweil Potenzial bei US-Hypothekenanleihen der Agenturen. Der Spread der aktuellen Kupon-Papiere gegenüber Staatsanleihen hat sich zuletzt auf 36 Basispunkte ausgeweitet, den höchsten Stand seit August 2025. Goldman empfiehlt eine moderate Übergewichtung, da die Renditen mittlerweile über 6 Prozent liegen und sich im 95. Perzentil der vergangenen vier Jahre bewegen.
Die Bank verweist zudem auf eine wachsende Bewertungslücke gegenüber Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating: Seit dem 8. September hat sich der Spread der Hypothekenpapiere um rund 10 Basispunkte ausgeweitet, während sich der Spread der Unternehmensanleihen um 3 Basispunkte verengt hat. Die Zinsstrategen der Bank erwarten, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen das Jahr 2026 bei 4,75 Prozent beendet.
Für Goldman Sachs selbst zeigt sich damit ein Bild einer Bank, die in unterschiedlichen Marktsegmenten gleichzeitig aktiv nach Fehlbewertungen sucht — von europäischen Industrieaktien bis zum US-Zinsmarkt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die RENK-Hochstufung und die Positionierung bei Hypothekenanleihen als treffsicher erweisen.
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