Gold: Zinssorgen drücken Kurs

Symbolbild, KI-generiert

Der Goldpreis gibt vor dem US-Zinsentscheid nach, während höhere Anleiherenditen und teureres Öl die Erwartungen an steigende Zinsen verstärken.

Auf einen Blick:
  • Dezember-Future fällt bis 4.288,23 Dollar
  • US-Zinserhöhung gilt als nahezu sicher
  • Zehnjährige US-Rendite erreicht 5,03 Prozent
  • Brent verteuert sich um 1,8 Prozent

Der Goldpreis gerät vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch weiter unter Druck. Am Dienstagmorgen fiel der Dezember-Future zeitweise auf 4.338,20 Dollar je Feinunze, im weiteren Handelsverlauf rutschte das Edelmetall bis auf 4.288,23 Dollar. Damit hat Gold im Tagesverlauf einen Teil seiner Gewinne aus dem asiatischen Handel wieder abgegeben, wo die Notierung zwischenzeitlich noch bei 4.303,32 Dollar lag.

Der Hauptgrund liegt auf der Hand: An den Terminmärkten gilt eine Zinserhöhung in den USA inzwischen als nahezu ausgemacht, am Freitag könnte auch Japan nachziehen. Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des unverzinsten Edelmetalls und machen verzinste Anlagen attraktiver. Verstärkt wird der Effekt durch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die mit 5,03 Prozent das höchste Niveau seit Mitte 2007 erreicht hat.

Ölpreis als Belastungsfaktor

Paradoxerweise wirkt ausgerechnet der klassische Krisenindikator Öl derzeit gegen Gold. Die Brent-Notierung kletterte um 1,8 Prozent auf 107,61 Dollar, befeuert durch den Ausfall der wichtigen Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens und anhaltende Spannungen in der Straße von Hormus.

Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen — und erhöhen damit den Druck auf die Notenbanken, an der Zinsschraube zu drehen. Für Gold bedeutet das kurzfristig zusätzlichen Gegenwind statt der üblichen Fluchtwährungs-Prämie.

Im September hat das Edelmetall bereits spürbar an Wert verloren. Marktbeobachter verweisen dennoch auf die längerfristig konstruktive Perspektive: Sollten geopolitische Risiken rund um den Nahen Osten eskalieren oder sich die Konjunktursorgen verschärfen, könnte Gold seine Rolle als Absicherung gegen wirtschaftliche und finanzielle Unsicherheiten wieder stärker ausspielen.

Kurzfristig bleibt der Blick auf Mittwoch gerichtet. Entscheidend dürften weniger die Zinserhöhung selbst als die Signale von US-Notenbankpräsident Kevin Warsh zum weiteren geldpolitischen Kurs sein. Fällt die Tonlage restriktiver aus als erwartet, dürfte der Goldpreis seine Verluste zunächst ausbauen.

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