Gold: Zinserhöhungs-Wahrscheinlichkeit auf 35 Prozent

Enttäuschende US-Einzelhandelszahlen und sinkende Zinserwartungen treiben den Goldpreis auf 4.435 Dollar. Notenbankkäufe stützen den langfristigen Aufwärtstrend.

Auf einen Blick:
  • US-Einzelhandelsumsätze fallen unerwartet
  • Zinserhöhungswahrscheinlichkeit sinkt auf 35 Prozent
  • Notenbanken kaufen weiterhin große Goldmengen
  • Gold nähert sich Monatshoch bei 4.450 Dollar

Ein überraschender Rückgang der US-Einzelhandelsumsätze hat den Goldpreis am Freitag beflügelt. Das Edelmetall schloss bei 4.435 US-Dollar je Unze, ein Plus von 0,6 Prozent zum Vortag. Damit rückt Gold nah an sein bisheriges Monatshoch von 4.450 Dollar heran.

US-Konsum schwächelt überraschend

Die US-Einzelhandelsumsätze für Juli sanken um 0,6 Prozent. Analysten hatten das nicht erwartet. Der private Konsum gilt als wichtigste Stütze der US-Wirtschaft. Ein Rückgang wertet der Markt deshalb als Signal für eine abkühlende Konjunktur.

Die Erzeugerpreise stützten dieses Bild zusätzlich. Sie blieben im Juli unverändert und deuten auf eine nachlassende Inflationsdynamik hin.

Zinswende rückt näher

Die schwachen Daten drücken die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September. Geldmärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit nur noch auf rund 35 Prozent. Vor einer Woche lag der Wert noch bei über 40 Prozent. Für Gold als unverzinstes Asset ist das ein klarer Rückenwind.

Hinzu kommt die anhaltende Nachfrage der Notenbanken. Im zweiten Quartal 2026 kauften Zentralbanken weltweit rund 289 Tonnen Gold. China legte im Juli weitere 20 Tonnen nach und setzt seine Kaufserie fort. Diese strukturelle Nachfrage trägt den langfristigen Aufwärtstrend.

Wie stark die Dynamik zuletzt war, zeigt der Blick auf die vergangenen 30 Handelstage: Gold legte in diesem Zeitraum rund 9 Prozent zu.

Charttechnik: Blick auf das Monatshoch

Das Edelmetall hat die Widerstandsmarke bei 4.380 Dollar bereits überwunden. Nun rückt das Monatshoch bei 4.450 Dollar in greifbare Nähe. Zum bisherigen Rekord bei 5.586,20 Dollar von Ende Januar fehlen allerdings noch rund 21 Prozent. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 4.320 Dollar eine wichtige Absicherung.

Terminkalender der kommenden Woche

Für die Handelswoche ab dem 17. August stehen mehrere Termine an, die die Volatilität beim Goldpreis erhöhen könnten:

  • Mittwoch, 19. August: EU-Verbraucherpreisindex. Analysten erwarten einen Anstieg der Eurozone-Inflation von 2,8 auf 2,9 Prozent im Jahresvergleich.
  • Mittwochabend: Protokolle der jüngsten FOMC-Sitzung. Sie geben Aufschluss über die Debatte zum Ende des Straffungszyklus.
  • Freitag, 21. August: US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor.

Hält Gold die Marke von 4.380 Dollar, könnte der Weg zum Monatshoch bei 4.450 Dollar frei werden. Die FOMC-Protokolle am Mittwoch dürften zeigen, wie geschlossen die Notenbank hinter einer möglichen Zinspause steht.

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