Gold ist 2025 um 67 Prozent gestiegen. Das ist keine kleine Schwankung, das ist ein Schock für jede Branche, die das Metall als Rohstoff braucht. Und die Schmuckindustrie braucht es dringend. Was dabei herausgekommen ist, lässt sich so zusammenfassen: Die Reichen wurden reicher, die Kleinen kämpfen.
Laut World Gold Council fiel die Gesamtnachfrage der Schmuck- und Uhrenindustrie von 1.887 Tonnen im Jahr 2024 auf 1.542 Tonnen in 2025. Der Wert dieser Nachfrage stieg gleichzeitig von 145 auf 172 Milliarden Dollar. Weniger Gramm Gold, mehr Geld. Louise Street, Senior Market Analyst beim WGC, nennt das „die anhaltende Bereitschaft der Verbraucher, zu erhöhten Preisen zu kaufen“. Man kann es auch so sehen: Die Kunden kaufen kleinere Stücke, zahlen aber trotzdem mehr.
Cartier lacht, der Goldschmied um die Ecke nicht
Für Luxushäuser ist der Goldpreis schlicht weniger relevant. Bei einem Cartier Love Armband ist der Goldanteil am Verkaufspreis ein Bruchteil dessen, was ein indischer Juwelier für ein schlichtes Goldarmband verlangt, dessen Preis sich fast eins zu eins am Spotpreis orientiert. Richemont, zu dem Cartier und Van Cleef gehören, wuchs im Schmuckbereich von April bis Dezember 2025 um 14 Prozent. Van Cleef sogar um 15 Prozent, wohl getragen von der Alhambra-Linie.
Morgan Stanley schreibt in seinem Jahresbericht, das Schmucksegment habe den gesamten Luxusgütermarkt 2025 übertroffen. Sabina Belli, Chefin der Pomellato-Gruppe, bringt es auf den Punkt: „Kunden wählen weiterhin Gewicht, Substanz und Beständigkeit. Der steigende Goldwert verstärkt tatsächlich seine Begehrlichkeit.“
Klingt gut. Ist es auch, für diese Häuser.
Gold/US-Dollar Chart
Für den Rest wird es eng
Massenmarkt-Juweliere, bei denen Gold bis zu 50 Prozent der Produktionskosten ausmacht, stehen vor einem ganz anderen Problem. Der britische National Association of Jewellers hat bereits einen Entwurf mit Empfehlungen vorgelegt: Lagerbestände straffen, auf Bestellung produzieren, Preise nach aktuellem Goldwert kalkulieren. Das klingt vernünftig, ist aber für viele kleine Händler schlicht ein Eingeständnis, dass das alte Modell nicht mehr funktioniert.
Manche Juweliere setzen jetzt auf mehr Edelsteine, um den Goldanteil zu reduzieren. Pandora geht noch weiter und ersetzt Silber dauerhaft durch platinbeschichtete Legierungen. Und Platin selbst gewinnt als Alternative zu Weißgold an Boden, besonders in Indien. Tim Schlick von der Platinum Guild International sagt dazu trocken: „Das arbeitet zu unseren Gunsten.“
2026: Stabilisierung oder weiterer Druck?
Der WGC erwartet für 2026 eine Stabilisierung der globalen Schmucknachfrage, mit Risiken nach unten. Fatma Ghaly, Chefin des ägyptischen Luxushauses Azza Fahmy, beschreibt das eigentliche Problem: Im Preissegment zwischen 2.500 und 3.000 Euro ist es „fast unmöglich“, ein strukturiertes Angebot zu verschiedenen Preispunkten aufrechtzuerhalten. Ihr Haus hat vorsorglich Gold eingelagert.
Design als Schutzwall, Markenstärke als Puffer, Platin als Ausweg. Wer keines davon hat, zahlt drauf. So einfach ist das.
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