Gold steht am Dienstag vor einer Weichenstellung. Die US-Verbraucherpreise für Juni erscheinen an diesem Tag. Zeitgleich beginnt die erste Kongress-Anhörung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Nach den jüngsten Verlusten versucht das Edelmetall, sich zu stabilisieren.
Der Kurs schloss am Montag bei 4.019,50 US-Dollar, nach einem Rückgang von 7,19 Prozent binnen 30 Tagen. Der RSI von 37,6 signalisiert eine überverkaufte Marktlage.
Zwei Termine bestimmen jetzt den Kurs: die Inflationsdaten und der erste Auftritt von Warsh vor dem Kongress.
Zinsängste und Fed-Signale im Fokus
Analysten erwarten für Juni einen Rückgang der Jahresinflation von 4,2 auf rund 3,9 Prozent. Die Kerninflation dürfte bei etwa 2,9 Prozent verharren, ohne die schwankungsanfälligen Posten Lebensmittel und Energie.
Mehr Gewicht hat für Anleger die Anhörung von Kevin Warsh am 14. und 15. Juli. Es ist sein erster Auftritt als Fed-Vorsitzender vor dem Kongress. Marktteilnehmer hoffen auf klare Signale zum weiteren Zinspfad.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September ist zuletzt gestiegen. Schätzungen schwanken zwischen 50 und 65 Prozent. Fed-Direktor Christopher Waller betonte am Montag: Bleibt die Inflation deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent, drohen weitere Zinsschritte.
Das trifft Gold direkt. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab. Steigende Anleiherenditen schmälern seine Attraktivität.
Geopolitische Spannungen treiben den Ölpreis
Parallel dazu eskaliert die Lage in der Straße von Hormus. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise auf den höchsten Stand seit einem Monat getrieben.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag eine Gebühr von 20 Prozent auf Frachtgüter an, die die Meerenge passieren.
Normalerweise gilt Gold in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Diesmal überwiegt eine andere Sorge. Hohe Energiekosten könnten die Inflation erneut anheizen und die Notenbank zu weiteren restriktiven Schritten zwingen. Genau diese Furcht drückte den Goldpreis am Montag deutlich nach unten.
Zentralbanken stützen das Fundament
Im ETF-Sektor flossen im Juni netto 8,9 Milliarden US-Dollar ab. Die physische Nachfrage staatlicher Käufer bleibt dagegen robust.
Die chinesische Notenbank PBoC kauft bereits den 20. Monat in Folge Gold. Im Juni waren es weitere 14,93 Tonnen.
Diese strukturelle Nachfrage bildet ein Gegengewicht zu den spekulativen Verkäufen an den Terminmärkten.
Die Anhörung von Warsh läuft an diesem Dienstag und Mittwoch weiter. Bestätigt er die hawkishe Linie der Fed, dürfte der Druck auf Gold zunächst anhalten.
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