Ein massiver Kursrutsch bringt Gold in eine gefährliche Lage. Mit aktuell rund 4.002 US-Dollar nähert sich das Edelmetall rasch seinem 52-Wochen-Tief. Charttechniker warnen vor einem drohenden „Todeskreuz“. Dabei fällt der kurzfristige Preistrend unter den langfristigen Durchschnitt. Historisch bedeutet das oft weiteren Verkaufsdruck.
Zinswende unter neuem Fed-Chef
Der Hauptgrund für die Talfahrt liegt in Washington. Unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh ändert die US-Notenbank ihren Kurs radikal. Händler preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein.
Die hartnäckige Kerninflation zwingt die Währungshüter zu dieser Linie. Experten rechnen für 2026 nun mit einer Teuerungsrate von 3,6 Prozent. Das treibt den US-Dollar auf ein mehrmonatiges Hoch. Zinslose Anlagen wie Gold verlieren dadurch massiv an Attraktivität.
Banken senken Kursziele
Die großen Investmentbanken reagieren bereits auf das veränderte Umfeld. Goldman Sachs kappt sein Kursziel für Ende 2026 deutlich. Die Analysten erwarten nur noch 4.900 US-Dollar pro Feinunze. Zuvor lag die Prognose bei 5.400 US-Dollar.
JP Morgan sieht das Edelmetall im Schlussquartal bei rund 6.000 US-Dollar. Am Markt dominiert derzeit jedoch der Verkaufsdruck. In den vergangenen 30 Tagen verlor Gold über elf Prozent an Wert.
Geopolitik stützt Zinsen statt Gold
Die instabile Lage im Nahen Osten liefert keinen sicheren Hafen. Im Gegenteil. Regionale Konflikte treiben die Inflation an. Das stützt die strikte Geldpolitik der US-Notenbank und belastet den Goldpreis zusätzlich.
Im Euroraum rückt nun die Unterstützungszone um 3.500 Euro in den Fokus. Fällt der Kurs unter dieses Halbjahrestief, droht eine weitere Verkaufswelle. Viele Marktteilnehmer sind stark gehebelt positioniert. Sinken die Notierungen weiter, zwingen Margin Calls sie zu Notverkäufen.
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