Die Edelmetalle erleben zu Wochenbeginn einen kraftvollen Aufschwung. Gold durchbrach am Montag die Marke von 4.400 US-Dollar je Feinunze und verteuerte sich um mehr als zwei Prozent auf 4.424 Dollar. Damit setzt das gelbe Metall seine Aufwärtsbewegung auch am zweiten Handelstag 2026 fort.
Der Auslöser für diesen Kursschub? Die militärische Intervention der Vereinigten Staaten in Venezuela hat die geopolitischen Spannungen schlagartig verschärft. Investoren flüchten in bewährte Krisenwährungen – und Gold steht dabei ganz oben auf der Liste.
Rekordjahr als Basis
Dabei kommt Gold aus einer Position der Stärke. Ende 2025 hatte das Edelmetall am 26. Dezember mit knapp 4.550 Dollar einen historischen Höchststand erreicht, bevor eine Korrektur auf 4.275 Dollar einsetzte. Das Gesamtjahr 2025 schloss Gold mit einem beeindruckenden Plus von 65 Prozent ab – der stärkste Anstieg seit 1979.
Die jüngste Eskalation in Südamerika trifft auf einen Markt, der für Risiken sensibilisiert ist. Noch am Wochenende verschärfte sich die Lage dramatisch mit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte. Die politischen Schockwellen durchziehen die Finanzmärkte.
Sichere Häfen gefragt
Vishnu Varathan, Makro-Experte bei Mizuho in Singapur, ordnet die Marktreaktion ein: Die geopolitischen Risiken überstiegen bei weitem reine Handelszahlen. Besonders brisant: Präsident Trump hatte bereits Warnungen an Kuba, Kolumbien und Mexiko ausgesprochen. Die Frage nach der regionalen Stabilität Lateinamerikas steht im Raum.
Kyle Rodda von Capital.com beobachtet ein charakteristisches Muster: „Wir sehen definitiv eine Reaktion bei Edelmetallen. Der Markt positioniert sich vorausschauend und erhöht die Allokation in Nicht-Dollar-Alternativen.“ Die Flucht aus Fiatwährungen hat begonnen.
Begrenzte direkte Auswirkungen
Tai Hui von J.P. Morgan Asset Management relativiert die unmittelbaren Markteffekte: Venezuelas Ölproduktion mache lediglich rund ein Prozent der globalen Förderung aus. Jahrelange Unterinvestitionen verhinderten eine schnelle Produktionssteigerung. Die begrenzten Aktienmarktreaktionen spiegelten diese eingeschränkte wirtschaftliche Bedeutung wider.
Dennoch: Die strategischen Implikationen gehen weit über Handelszahlen hinaus. Vasu Menon von OCBC warnt, dass sich die Kalkulationen vor dem Hintergrund eines Zwischenwahljahres abspielen. Die Entwicklungen bleiben unberechenbar – ein perfektes Umfeld für Gold als Absicherungsinstrument.
Silber übertrifft alles
Noch dramatischer fällt die Entwicklung bei Silber aus. Das weiße Metall schoss am Montag um fast vier Prozent auf 75,5 Dollar nach oben. 2025 hatte Silber mit einem Plus von nahezu 150 Prozent sogar Gold übertroffen. Nach dem Allzeithoch von etwas mehr als 84 Dollar am 29. Dezember schwankt der Kurs aktuell zwischen 70 und 76 Dollar.
Die Volatilität bei Silber übersteigt jene von Gold deutlich – ein Zeichen für die nervöse Marktstimmung. Beide Edelmetalle profitieren von ihrer Rolle als Vermögenssicherung in turbulenten Zeiten.
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