Große Analysehäuser positionieren sich mit Blick auf das Jahresende wieder offensiver beim Edelmetall. Société Générale bekräftigt eine Übergewichtung von Gold für das vierte Quartal 2026 und stellt deutlich höhere Notierungen in Aussicht. Die Strategen der Bank setzen dabei auf eine Neugewichtung klassischer Anlagestrukturen zugunsten von Sachwerten.
Kursziele von über 5.000 Dollar im Blick
In ihrer Multi-Asset-Strategie empfiehlt Société Générale eine Goldquote von zehn Prozent. Das Institut favorisiert ein Modell aus 60 Prozent Aktien sowie jeweils 20 Prozent Anleihen und Rohstoffen, womit traditionelle Portfoliomuster abgelöst werden sollen. Staatsanleihen wurden im Zuge dieser Anpassung auf zwölf Prozent reduziert, während der Aktienanteil leicht auf 58 Prozent stieg.
Hinter der strategischen Ausrichtung stehen ambitionierte Preisprognosen für die kommenden Quartale. Für das vierte Quartal 2026 veranschlagt die französische Bank einen Durchschnittspreis von 4.750 USD je Unze. Bis zum zweiten Quartal 2027 soll der Preis die Marke von 5.000 USD erreichen, gefolgt von einer weiteren Steigerung auf 5.250 USD im dritten Quartal 2027.
Als zentrale Triebfedern für diesen Anstieg nennt das Haus die geopolitische Fragmentierung und anhaltende Sorgen um die Tragfähigkeit staatlicher Haushalte. Zudem setze der Markt verstärkt auf eine schleichende Währungsentwertung, während die Währungshüter strukturell hinter der Inflationsentwicklung zurückbleiben dürften.
Fester Boden trotz restriktiver Geldpolitik
Auch andere Institute trauen dem Edelmetall eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu. Standard Chartered erwartet für das Schlussquartal 2026 einen Durchschnittspreis von rund 4.650 USD je Unze. Rohstoffexpertin Suki Cooper verweist darauf, dass die Verschiebung weg vom US-Dollar und die Furcht vor Währungsverlusten dem Markt ein stabiles Fundament verleihen.
Der Goldpreis notiert heute bei 4.353,07 USD je Feinunze, was einem Tagesverlust von 0,7 Prozent entspricht. Zum 52-Wochen-Hoch bei 5.598,58 USD besteht weiterhin ein spürbarer Abstand, was den Spielraum nach oben nach Ansicht optimistischer Marktbeobachter unterstreicht.
Zwar lasten kurzfristige Zinssorgen auf der Stimmung der Händler, doch zeigt sich das Edelmetall im historischen Vergleich bemerkenswert widerstandsfähig. Trotz der Fed-Sitzung am vergangenen Mittwoch, seither +2,3 %, dominiert an den Rohstoffmärkten zunehmend die Einschätzung, dass längerfristige fiskalische Risiken schwerer wiegen als einzelne Zinsschritte.
Geopolitische Risiken stützen das Interesse
Neben den makroökonomischen Faktoren halten vor allem ungelöste geopolitische Spannungen die Risikoprämie im Markt aufrecht. Konflikte im Nahen Osten und die damit verbundenen Risiken für die globale Energieversorgung schüren weiterhin Inflationsängste bei institutionellen wie privaten Anlegern.
Für Investoren bleibt Gold damit in erster Linie ein Instrument zur Absicherung gegen Verwerfungen im Finanzsystem. Sollten sich die fiskalischen Rahmenbedingungen weiter eintrüben und Zweifel an der künftigen Währungsstabilität wachsen, dürften die von den Analysehäusern prognostizierten Kursmarken schrittweise in greifbare Nähe rücken.
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