Goldbarren-Käufer hatten am Dienstag Grund zur Freude. Der Spot-Goldpreis zog am frühen Morgen um 1,1 Prozent auf 4.532,74 Dollar pro Unze an, die US-Gold-Futures für die August-Lieferung legten sogar um 1,3 Prozent auf 4.562,90 Dollar zu. Zwei Treiber, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen: ein Waffenstillstand im Libanon und fallende Anleiherenditen in den USA.
Hisbollah, Israel und die Goldpreise
Der Libanon verkündete am Montag einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel. Klingt nach Entspannung, ist es aber nur halb. Brian Lan, Managing Director bei GoldSilver Central, brachte es auf den Punkt: „Es scheint, dass wir aufgrund des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hisbollah einen leichten Anstieg der Goldpreise erleben.“ Dazu kommt die weiterhin unklare Lage rund um die Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Iranische Staatsmedien meldeten, Teheran könnte die indirekten Verhandlungen aussetzen. US-Präsident Donald Trump hingegen sprach davon, die Gespräche schritten „in hohem Tempo“ voran. Wer hat recht? Keiner weiß es, und genau diese Unsicherheit ist das beste Verkaufsargument für Gold.
Renditen runter, Gold rauf
Parallel dazu gaben die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen nach. Das ist für Goldbarren-Investoren keine Kleinigkeit. Denn je niedriger die Renditen, desto geringer die Opportunitätskosten für das Halten von unverzinstem Gold. Einfach gesagt: Wenn Staatsanleihen weniger abwerfen, wird Gold attraktiver.
Gold/US-Dollar Chart
5.000 Dollar im Visier?
Ilya Spivak, Head of Global Macro bei Tastylive, nennt die nächste wichtige Hürde bei rund 4.900 Dollar. „Wenn Gold die Marke von 5.000 Dollar nachhaltig zurückerobert, wissen wir, dass es wieder an seine langfristige Dynamik anknüpft“, so Spivak. Auch die anderen Edelmetalle zogen mit: Silber stieg um 2,4 Prozent auf 76,57 Dollar, Platin um 2,1 Prozent auf 1.963,95 Dollar, Palladium um 1,9 Prozent auf 1.387,50 Dollar.
Jetzt warten alle auf die US-Arbeitsmarktdaten und Äußerungen von Fed-Vertretern. Bis dahin gilt: Der Goldpreis hat Rückenwind, und 5.000 Dollar klingt plötzlich weniger verrückt als noch vor ein paar Wochen.
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