Gold: Khamenei-Direktive torpediert Iran-Deal

Gescheiterte Atomgespräche, steigende Ölpreise und eine straffe Fed-Politik setzen den Goldpreis unter Druck. Anleger reagieren verunsichert.

Auf einen Blick:
  • Iran-Streit belastet Goldaussichten
  • Ölpreis über 100 Dollar je Barrel
  • Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
  • Gold-ETF verzeichnet Milliardenabflüsse

Die Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen den USA und Iran schwindet. Damit fällt ein wichtiger Preisdämpfer für Gold weg. Stattdessen kehren die alten Belastungsfaktoren zurück: steigende Ölpreise, hartnäckige Inflation und eine Fed, die an der Zinsschraube drehen könnte.

Uran-Direktive blockiert Verhandlungen

Gold notiert nahe 4.500 Dollar je Unze. Auslöser der jüngsten Kursverluste: Berichte über eine Direktive von Irans oberstem Führer Ajatollah Mojtaba Khamenei. Demnach soll das angereicherte Uran im Land bleiben – ein klarer Widerspruch zu Israels Forderung, das Material zu exportieren.

Zwar dementierte Al Jazeera später eine solche Anweisung. Die Verwirrung bleibt. Teheran selbst spricht von teils überbrückten Differenzen. Der zentrale Streitpunkt – der Verbleib des Urans – ist nicht gelöst. Die Demontage des iranischen Atomprogramms ist ein erklärtes US-Ziel.

Ölpreis heizt Inflation an

Parallel dazu steigt der Druck über die Energiepreise. Die Straße von Hormus ist seit Ende Februar faktisch blockiert. Der Ölpreis kletterte über 100 Dollar je Barrel. Die US-Inflation erreichte im April 3,8 Prozent – der höchste Wert seit Mai 2023. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen ist damit zerstört.

Steigende Ölpreise drohen, die Inflation weiter anzuheizen. Für Gold ist das eine Zwickmühle: Einerseits gilt das Edelmetall als Inflationsschutz. Andererseits steigen mit höheren Zinsen die Opportunitätskosten – Gold wirft keine Zinsen ab.

Fed sieht Zinserhöhung als Option

Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung untermauert diesen Kurs. Die meisten Notenbanker halten eine Zinserhöhung für gerechtfertigt, falls die Inflation über dem 2-Prozent-Ziel bleibt.

Die Märkte preisen dies ein. Nur 2,6 Prozent der Anleger erwarten eine Zinssenkung im Juni. Für 2026 gelten Lockerungen als nahezu ausgeschlossen. Globale Brokerhäuser haben ihre Prognosen von zwei Zinssenkungen auf null bis moderate Lockerungen zusammengestrichen.

ETF-Abflüsse belasten zusätzlich

Der weltgrößte Gold-ETF GLD verzeichnet weiter Kapitalabflüsse. Seit Januar summiert sich der Abfluss auf rund 4,5 Milliarden Dollar. Die Goldbestände sanken um etwa 32 Tonnen. Der Silber-ETF SLV zeigt indes leichte Zuflüsse – ein uneinheitliches Bild. Investoren reagieren kurzfristig auf die erhöhte Volatilität. Eine klare neue Richtung fehlt.

Technisch angespannt, Trend intakt

Gold hat sich zuletzt der 200-Tage-Linie angenähert – ein Warnsignal aus charttechnischer Sicht. Auf Monatssicht verlor der Preis rund 3,7 Prozent. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist mit einem Plus von 34,7 Prozent im Jahresvergleich aber intakt.

Kurzfristig bleibt die Richtung unklar. Das Zusammenspiel aus Nahost-Diplomatie, hartnäckiger Inflation und restriktiver Fed-Politik sorgt für Spannung. Die nächsten Signale könnten von den Iran-Gesprächen kommen.

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