Der Goldpreis durchlebt turbulente 48 Stunden. Einerseits sorgt ein historischer Deal zwischen den USA und dem Iran für Aufatmen an den Märkten. Andererseits dämpft die amerikanische Notenbank die Euphorie der Anleger sofort wieder. Das Edelmetall pendelt sich nach einer rasanten Achterbahnfahrt bei rund 4.340 US-Dollar pro Unze ein.
Pakt am Golf treibt Kurse
Mitte Juni markierte Gold noch ein Tief bei 4.170 US-Dollar. Dann setzte eine spürbare Erholung ein. Der Auslöser war eine diplomatische Wende im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete laut Berichten ein Abkommen mit dem Iran. Auch Teheran bestätigte den Text. Die Folge: Anleger flüchten weniger in den US-Dollar. Das macht das in Dollar gehandelte Gold für Käufer außerhalb der USA attraktiver.
Warnsignal der Federal Reserve
Parallel zur geopolitischen Entspannung funkte die Federal Reserve dazwischen. Die Währungshüter ließen den Leitzins zwar wie erwartet unangetastet. Das aktualisierte Wirtschaftsprofil der Fed spricht allerdings eine andere Sprache. Neun Notenbanker rechnen in diesem Jahr mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung. Höhere Zinsen machen das zinslose Gold für Investoren teurer im Unterhalt. Das drückt auf den Preis.
Strukturwandel stützt langfristig
Abseits der Tagespolitik verschieben sich die Gewichte am physischen Markt. Experten erwarten für das laufende Jahr eine Premiere. Erstmals dürfte die Anlegernachfrage den Schmucksektor als wichtigsten Goldverbraucher ablösen. Gold wandelt sich vom reinen Luxusgut zum strategischen Basisinvestment. Zentralbanken kaufen indes unermüdlich weiter. Sie wollen ihre Währungsreserven breiter aufstellen und den Dollar-Anteil senken.
Die Commerzbank reagiert auf dieses Umfeld mit angepassten Prognosen. Wegen höherer Ölpreise und zäher Inflation kappen die Analysten ihr Jahresziel auf 4.800 US-Dollar je Unze. Für das Folgejahr bleiben die Experten allerdings deutlich optimistischer. Sie halten für 2027 an ihrer Zielmarke von 5.200 US-Dollar fest.
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