Was für ein Desaster! Gold ist am Freitag um über 9 Prozent eingebrochen. Das war der heftigste Tagesverlust seit 1983. Und es geht weiter bergab. Heute verlor das Edelmetall zeitweise nochmals rund 10 Prozent und rutschte auf 4.565 Dollar je Unze. Seit dem Rekordhoch von 5.594 Dollar am Donnerstag sind das mehr als 1.000 Dollar Verlust. Die Jahresgewinne sind praktisch ausradiert.
Noch dramatischer traf es Silber. Der Preis brach am Freitag um 27 Prozent ein. Der schlechteste Tag in der gesamten Geschichte des Silberhandels. Heute ging es weitere 12 Prozent nach unten auf 74,48 Dollar. Vom Allzeithoch bei 121,64 Dollar letzte Woche sind das etwa 40 Prozent Minus. Eine brutale Korrektur, die viele Anleger eiskalt erwischt hat.
Die Warsh-Nominierung löst Panikverkäufe aus
Der Auslöser für das Chaos war die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef durch US-Präsident Donald Trump am Freitag. Warsh gilt als Falke, der den Dollar stärken will und quantitative Lockerungen skeptisch sieht. Das ist Gift für Gold. Die Märkte hatten auf einen ultra-lockeren Kurs gehofft. Stattdessen kam Warsh. Die Enttäuschung war riesig und löste eine Verkaufswelle aus.
Doch die Warsh-Nominierung allein erklärt nicht das Ausmaß des Absturzes. Die CME Group hat am Samstag die Margin-Anforderungen für Edelmetall-Futures kräftig erhöht. Bei Gold von 6 auf 8 Prozent, bei Silber von 11 auf 15 Prozent. Höhere Margins bedeuten mehr Kapital für Spekulanten. Viele mussten ihre Positionen zwangsweise auflösen. Das verstärkte den Verkaufsdruck enorm und führte zu einem Kaskadeneffekt.
Trotz des Crashs bleiben Analysten von JP Morgan langfristig optimistisch für Gold. Die strukturelle Diversifikationsnachfrage sei intakt. Auch die Erwartung von mindestens zwei Zinssenkungen 2026 spricht für das Edelmetall. Kurzfristig bleibt es aber volatil. Anleger sollten sich auf weitere Turbulenzen einstellen.
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