Vier Wochen ging es nur abwärts. Jetzt dreht der Goldpreis überraschend nach oben. Ein einziger US-Wirtschaftsbericht hat die Stimmung am Edelmetallmarkt komplett gekippt.
Am Freitag schloss Gold bei 4.187,30 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Wochenplus von 2,04 Prozent, dem ersten seit einem Monat. Auf Monatssicht steht aber weiterhin ein Minus von 6,16 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 5.626,80 US-Dollar aus dem Januar fehlen dem Kurs noch gut ein Viertel.
Schwache Jobdaten drücken die Zinserwartungen
Der Auslöser für die Wende: der US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Statt der erwarteten Zuwächse entstanden nur 57.000 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,2 Prozent.
Die Folge: Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September sank von 66 auf 53 Prozent. Gold zahlt keine Zinsen. Sinken die Realzinsen, wird das Edelmetall automatisch attraktiver. Der Dollar-Index reagierte prompt und fiel unter die Marke von 101 Punkten.
Charttechnik zeigt erste Erholungssignale
Gold hat am Wochenende eine wichtige technische Hürde genommen. Der Kurs durchbrach den gleitenden 20-Tage-Durchschnitt bei 4.154,40 US-Dollar. Der RSI liegt aktuell bei 46,6 – neutral, mit Spielraum nach oben.
Analysten sehen die Chance auf eine fortgesetzte Erholung bei rund 60 Prozent. Für die neue Woche zeichnen sich klare Marken ab:
- Widerstand: 4.195,10 US-Dollar, darüber die Zone 4.200 bis 4.300 US-Dollar
- Unterstützung: SMA20 bei 4.154,40 US-Dollar
- Zweite Unterstützung: 4.113,50 US-Dollar
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.415,02 US-Dollar, gut fünf Prozent über dem aktuellen Kurs. Bis dahin ist es also noch ein Stück Weg.
Banken uneinig, Notenbanken kaufen weiter
Am 8. Juli veröffentlicht die Fed die Protokolle ihrer jüngsten Sitzung. Sie könnten Aufschluss über die interne Debatte unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh geben. Zeitgleich stehen neue CPI-Inflationsdaten an, die für zusätzliche Bewegung sorgen dürften.
Bei den großen Häusern gehen die Einschätzungen für 2026 weit auseinander. JPMorgan hat sein Kursziel für das vierte Quartal auf 4.500 US-Dollar gesenkt, die OCBC Bank rechnet nur noch mit 4.360 US-Dollar. Goldman Sachs hält dagegen an 4.900 US-Dollar fest, die UBS sieht sogar 5.500 US-Dollar als erreichbar.
Ein Faktor bleibt trotz der Unsicherheit stabil: die Nachfrage der Notenbanken. Im Mai kauften Zentralbanken weltweit netto 41 Tonnen Gold zu, angeführt von Polen und China. Dieser Trend stützt den Preis langfristig – kurzfristig entscheidet aber die Fed-Sitzung am 8. Juli über die nächste Richtung.
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