Gold: 55% Zinserhöhungs-Wahrscheinlichkeit bis Oktober

Gold fällt unter wichtige Durchschnitte, während steigende Zinserwartungen den Dollar stärken und das Edelmetall belasten.

Auf einen Blick:
  • Gold fällt unter 4.550 Dollar
  • Fed-Zinserhöhung rückt näher
  • ETF-Abflüsse belasten den Markt
  • PCE-Daten als nächster Test

Zwei Wochenrückgänge in Folge, ein Goldpreis unterhalb aller wichtigen gleitenden Durchschnitte und steigende Wetten auf eine Fed-Zinserhöhung — der Gegenwind für Gold hat sich in den vergangenen Tagen merklich verdichtet.

Gold schloss die Woche bei 4.521 USD je Feinunze. Das entspricht einem Minus von knapp 0,8 Prozent auf Wochensicht und rund 4,5 Prozent auf Monatssicht.

Geopolitik gibt, Geldpolitik nimmt

Die Iran-Verhandlungen liefern weiterhin widersprüchliche Signale. Teheran erklärte, der jüngste US-Vorschlag habe die Positionen beider Seiten angenähert. Allerdings soll Irans Oberster Führer angeordnet haben, den angereicherten Uranvorrat im Land zu belassen — ein direkter Widerspruch zu den US-Forderungen. Die Demontage des iranischen Atomprogramms bleibt das zentrale Ziel Washingtons.

Iran verhandelt indes mit Oman über ein Mautsystem für die Straße von Hormus. Trump lehnte die Idee ab. Die anhaltende Unsicherheit treibt die Ölpreise in Richtung Vierjahreshochs — und damit die Inflationssorgen.

Genau das belastet Gold auf ungewöhnliche Weise. Steigende Inflation klingt nach einem Argument für das Edelmetall. Tatsächlich preisen die Märkte jedoch eine Fed-Zinserhöhung ein — mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 55 Prozent für mindestens 25 Basispunkte bis Oktober. Höhere Zinsen stärken den Dollar und machen zinsloses Gold weniger attraktiv.

Die Fed-Protokolle vom 20. Mai bestätigen dieses Bild. Das Komitee hielt den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Es verwies auf erhöhte Inflation, auch durch steigende Energiepreise. Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte offen, er glaube nicht mehr an eine Beibehaltung der Lockerungsausrichtung.

PCE-Daten als nächster Stresstest

Am 28. Mai erscheinen der April-PCE-Preisindex und die zweite BIP-Schätzung für das erste Quartal 2026. Der PCE ist das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Im März hatte er bei 3,5 Prozent für die Gesamtinflation und 3,2 Prozent für den Kernwert gelegen.

Die Daten fallen in eine besonders sensible Phase. Kevin Warsh wurde am 13. Mai als neuer Fed-Vorsitzender bestätigt. Sein erstes FOMC-Treffen findet am 16. und 17. Juni statt. Die PCE-Zahlen sind damit der letzte wichtige Datenpunkt vor diesem Treffen.

Charttechnik und strukturelle Nachfrage

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Gold notiert rund 3 Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts bei 4.669 USD. Die 20-, 50-, 100- und 200-Tage-Linien liegen zwischen 4.649 und 4.794 USD gebündelt und bilden eine dichte Widerstandszone. Die 4.500-Dollar-Marke ist die erste Unterstützung auf der Unterseite.

Hinzu kommen Kapitalabflüsse aus dem SPDR Gold Shares ETF. Der Bestand sank auf 1.036,85 Tonnen — ein Rückgang um 1,43 Tonnen gegenüber der Vorwoche, begleitet von Netto-Abflüssen von 472 Millionen USD.

Das strukturelle Bild sieht anders aus. Die globale Goldnachfrage erreichte im ersten Quartal 2026 mit 1.231 Tonnen einen Rekordwert von 193 Milliarden USD — ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Münz- und Barrennachfrage stieg um 42 Prozent und markierte das zweitbeste Quartalsergebnis aller Zeiten.

Ob die PCE-Daten am Mittwoch die Zinserhöhungswetten weiter anfachen oder dämpfen, entscheidet maßgeblich darüber, ob Gold die 4.500-Dollar-Unterstützung halten kann.

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