Gold hält sich über 4.300 Dollar je Feinunze. Zwei Kräfte ziehen den Preis in dieselbe Richtung: schwache US-Jobdaten und eine wachsende Nachfrage aus China.
Am Montag schloss das Edelmetall bei 4.422,30 Dollar. Das sind 6,97 Prozent mehr als vor einer Woche. Der Aufschwung begann mit enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA, die Zinserhöhungserwartungen dämpften.
Schwacher US-Arbeitsmarkt verschiebt Zinserwartungen
Die US-Wirtschaft verlor im Juli überraschend 23.000 Stellen. Erwartet hatten Ökonomen ein Plus von 80.000 Stellen. Auch die Zahl für Juni wurde nach unten korrigiert, auf ein Plus von nur noch 20.000.
Die Folge: Händler rechnen jetzt deutlich seltener mit einer Zinserhöhung im September. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt aktuell bei rund 44 Prozent, vor einer Woche waren es noch 67 Prozent. Sinkende Zinserwartungen drücken die Anleiherenditen, und das macht zinslose Anlagen wie Gold relativ attraktiver.
China baut Positionen aus
Ein zweiter Faktor gewinnt an Gewicht: institutionelle Investoren in China. Daten von Clearingstellen zeigen, dass sie ihre Long-Positionen in goldgedeckten Anlagen weiter ausbauen. Der Grund dafür ist die Absicherung gegen Schwankungen an den heimischen Technologiemärkten.
Dieser Trend läuft bereits seit mehreren Wochen. Parallel dazu kaufen asiatische Zentralbanken weiter Gold. Beide Käufergruppen wirken damit als stabilisierender Unterbau unter dem aktuellen Preisniveau.
Straße von Hormus sorgt für Nervosität
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Der Iran erklärte, die Gespräche mit Oman zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus stünden kurz vor einer Einigung. Direkte Verhandlungen mit den USA dementierte Teheran jedoch, obwohl Washington von einem baldigen Deal sprach.
Gold hielt seine Gewinne selbst dann, als die Ölpreise wegen dieser Unsicherheit anzogen. Das zeigt: Die geldpolitische Story überwiegt derzeit klar die geopolitischen Risiken.
Mit einem RSI von 67,4 nähert sich Gold der überkauften Zone, ohne sie bereits erreicht zu haben. Der Abstand zum Rekordhoch von 5.586,20 Dollar aus dem Januar liegt weiterhin bei knapp 21 Prozent. Sollte sich die Schwäche am US-Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen bestätigen, dürfte das die Debatte um den weiteren Zinspfad der Fed neu befeuern.
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