Gold: 3,33 Prozent Plus nach vier Verlustwochen

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und fallende Ölpreise stützen den Goldpreis. Analysten bleiben für das dritte Quartal vorsichtig.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis erholt sich nach vier Verlustwochen
  • US-Arbeitsmarkt schwächt sich spürbar ab
  • Sinkende Ölpreise dämpfen Inflationserwartungen
  • JPMorgan sieht begrenztes Aufwärtspotenzial

Nach vier Verlustwochen in Folge findet der Goldpreis einen Boden. Das Edelmetall stabilisiert sich aktuell bei rund 4.155 US-Dollar. Investoren warten nun auf die Details der jüngsten Fed-Sitzung. Diese Protokolle könnten den künftigen Zinskurs vorgeben.

Schwacher Arbeitsmarkt stützt den Kurs

Der wichtigste Treiber für diese Stabilisierung kommt vom US-Arbeitsmarkt. Im Juni schwächte sich das Jobwachstum spürbar ab. Obendrein revidierten die Behörden die Zahlen der Vormonate nach unten. Die Folge: Die Zinssorgen schwinden. Händler taxieren die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September nur noch auf 50 Prozent. Zuvor lag dieser Wert bei rund zwei Dritteln.

Diese Entspannung schlägt sich direkt im Chart nieder. Auf Wochensicht verzeichnet Gold ein Plus von 3,33 Prozent. Die Renditen der Staatsanleihen sinken, was zinslose Anlagen wie Edelmetalle attraktiver macht.

Billiges Öl dämpft Inflation

Ein weiterer Faktor für die aktuelle Preisfindung stammt vom Energiemarkt. Das vorläufige Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zeigt Wirkung. Der Schiffsverkehr durch die wichtige Straße von Hormus nimmt wieder zu. Parallel dazu fahren Produzenten im Nahen Osten ihre Förderung hoch. Auch die OPEC+ hat einer Erhöhung der Quoten zugestimmt.

Dadurch sinken die Ölpreise. Das nimmt den Druck von der globalen Inflation. Eine sinkende Teuerungsrate verringert wiederum den Handlungsdruck für die US-Notenbank. Eine straffere Geldpolitik rückt damit in weitere Ferne.

Analysten bremsen die Erwartungen

Trotz der jüngsten Erholungstendenzen bleibt das langfristige Bild gemischt. Seit Jahresbeginn steht beim Goldpreis ein Minus von 4,29 Prozent. Auch große Investmentbanken bleiben vorsichtig. JPMorgan erwartet eine schwächere Nachfrage aus wichtigen Sektoren.

Die Bank begrenzt das Aufwärtspotenzial für das Edelmetall. Im dritten Quartal sehen die Analysten den Preis bei maximal 4.300 US-Dollar. Für das vierte Quartal liegt die Prognose bei 4.500 US-Dollar.

In den kommenden Tagen liefert der Wirtschaftskalender kaum neue Daten. Daher rückt die Charttechnik in den Vordergrund. Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei 4.404 US-Dollar. Um diesen Widerstand zu testen, benötigt das Edelmetall klare Signale aus dem anstehenden Fed-Protokoll.

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