Gold verliert zum Wochenschluss deutlich an Glanz. Der Markt trifft auf eine ungünstige Mischung aus neuer Unsicherheit an der Fed-Spitze, hartnäckiger Inflation und festgefahrenen Iran-Gesprächen. Für ein zinsloses Asset ist das ein schwieriges Umfeld.
Der aktuelle Kurs liegt bei 4.538,10 USD, ein Tagesminus von 2,52 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 3,86 Prozent. Auch technisch wirkt das Bild angeschlagen: Gold handelt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.727,57 USD.
Warsh übernimmt die Fed
Der wichtigste politische Impuls kommt aus Washington. Kevin Warsh übernimmt offiziell die Spitze der US-Notenbank, nachdem Jerome Powell am Donnerstag ausgeschieden war. Der Senat billigte Warsh mit 54 zu 45 Stimmen.
Warsh gilt als näher an Präsident Donald Trump, der seit Langem niedrigere Zinsen fordert. Der neue Fed-Chef startet aber in einer Phase, in der die Inflation wieder stärker drückt. Genau das begrenzt den Spielraum für rasche Lockerungen.
Warsh steht historisch eher für eine straffe Geldpolitik. Er hatte Powell vorgeworfen, die lockere Linie nach der Pandemie zu lange beibehalten zu haben. Zwar sieht Warsh nach eigenen Aussagen Spielraum für Zinssenkungen, will seine Entscheidungen aber unabhängig vom Weißen Haus treffen.
Zinserwartungen belasten Gold
Für Gold zählt vor allem der Zinsausblick. Niedrigere Zinsen machen das Halten von Gold attraktiver, weil die Opportunitätskosten sinken. Bleiben die Zinsen hoch, fehlt dieser Rückenwind.
Der Markt rechnet im Juni kaum mit einer Senkung. Laut CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Schritt auf 3,25 bis 3,50 Prozent bei nur 4,2 Prozent. Eine unveränderte Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gilt mit 95,8 Prozent als klarer Basispfad.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko. Bis Dezember preist der Markt inzwischen eine Zinserhöhung mit knapp 30 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Das passt nicht zu einer schnellen Entspannung bei Gold.
Iran-Konflikt hält Inflation hoch
Der geopolitische Druck bleibt ebenfalls bestehen. Trumps Treffen in China brachte zwar positive Handelssignale für beide Länder. Bei den Friedensgesprächen mit dem Iran gab es aber keinen Fortschritt.
Der Konflikt belastet Energiepreise und Lieferketten. Die Straße von Hormus bleibt ein kritischer Punkt für den Ölmarkt. Höhere Energie- und Handelskosten schlagen direkt auf die Inflation durch.
In den USA stiegen die Großhandelspreise im April schneller als erwartet. Die Verbraucherpreise legten auf 3,8 Prozent zu und erreichten damit den höchsten Stand seit Mai 2023. Für die Fed ist das ein klares Warnsignal.
ETF-Zuflüsse reichen nicht
Auf der Nachfrageseite gibt es zumindest Stabilisierung. Der SPDR Gold Shares meldete per 12. Mai 2026 Bestände von 1.038,28 Tonnen. Innerhalb von fünf Handelstagen kamen 5,08 Tonnen hinzu.
Das ändert aber wenig an der schwachen Jahresbilanz. Seit Januar flossen rund 4,5 Milliarden USD aus dem Fonds ab. Die Bestände sanken im selben Zeitraum um etwa 32 Tonnen.
Am Nachmittag rückt der Empire-State-Index für Mai in den Blick. Die Veröffentlichung um 14:30 Uhr kann die Zinserwartungen nochmals bewegen. Fällt der Index stark aus, dürfte der Druck auf Gold anhalten.
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