Der Goldpreis rutscht unter die 4.100-Dollar-Marke. Der Grund liegt ausgerechnet in einer Krise, die Gold eigentlich stützen sollte: die Eskalation im Nahen Osten. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen — und genau das schadet dem Edelmetall.
Am Donnerstag fiel Gold um 1,97 Prozent auf 4.053,40 US-Dollar pro Unze. Damit rückt der Wert wieder näher an sein 52-Wochen-Tief von 3.901,30 Dollar heran, nur 3,9 Prozent trennen beide Marken. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 4.252,94 Dollar klafft bereits eine Lücke von 4,69 Prozent.
Öl treibt Zinssorgen, Zinssorgen belasten Gold
Die Houthi-Rebellen im Jemen erklärten, sie hätten zwei saudi-arabische Öltanker im Rahmen einer Seeblockade angegriffen. Parallel dazu führten die USA eine zwölfte Nacht in Folge Angriffe auf Iran durch. Beide Entwicklungen schürten Sorgen um die globale Ölversorgung.
Das Paradox: Höhere Ölpreise treiben die Inflationserwartungen nach oben. Investoren rechnen deshalb damit, dass die US-Notenbank ihre Zinsen länger hoch hält. Ein Umfeld mit strafferer Geldpolitik belastet zinslose Anlagen wie Gold direkt.
Präsident Trump verschärfte die Lage zusätzlich. Er warnte vor Angriffen auf iranische Infrastruktur, sollte die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zum Ziel werden. Diese Drohung stützt die Risikoprämien am Ölmarkt weiter — und drückt damit indirekt auf Gold.
Kurze Erholung, schneller Rückschlag
Noch vor dem Rückgang hatte Gold bei 4.150 Dollar den höchsten Stand seit dem 7. Juli erreicht. Sichere-Hafen-Nachfrage und technische Käufe trieben den Preis nach oben. Der anschließende Einbruch zeigt, wie empfindlich Gold derzeit auf das Wechselspiel aus Öl, Dollar und Zinserwartungen reagiert.
Der RSI von 44,5 signalisiert dabei keine Überverkauft-Situation. Das lässt Raum für weitere Bewegungen in beide Richtungen — die Konsolidierung ist noch nicht ausgereizt.
Fed-Sitzung im Blick
Die Marktteilnehmer richten den Blick auf die kommende FOMC-Sitzung am 28. und 29. Juli. Der Zinsentscheid folgt am 29. Juli um 20:00 Uhr MESZ, ohne aktualisierte Wirtschaftsprojektionen.
Für diesen Termin selbst erwarten Marktteilnehmer keine Zinsänderung. Anders sieht es für September aus: Die Geldmärkte preisen dort eine Wahrscheinlichkeit von rund 78 Prozent für eine Zinserhöhung ein. Das signalisiert, dass Investoren trotz der aktuellen Ruhephase mit einer restriktiveren Fed im weiteren Jahresverlauf rechnen.
Solange sich die Lage in der Straße von Hormus und im Roten Meer nicht entspannt, bleibt Öl der Taktgeber für Inflationserwartungen — und damit indirekt für die Attraktivität von Gold. Die FOMC-Sitzung am 28. und 29. Juli dürfte zeigen, ob die Fed diesen Kurs bestätigt oder ob neue Signale den Goldpreis in Bewegung bringen.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
