Überraschend kräftige Konjunkturdaten aus Übersee und anhaltende Zinssorgen haben den Goldpreis am heutigen Mittwoch spürbar ins Minus gedrückt. Der vorläufige S&P-Global-Composite-Einkaufsmanagerindex für die Vereinigten Staaten kletterte im September auf 58,4 Zähler nach 56,0 Punkten im Vormonat.
Die Umfrageergebnisse signalisieren die stärkste Beschleunigung der US-Geschäftstätigkeit seit Jahren. S&P Global Market Intelligence verwies auf einen deutlichen Schub sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der verarbeitenden Industrie, begleitet von einem robusten Beschäftigungsaufbau.
Diese unerwartete Vitalität der weltgrößten Volkswirtschaft dämpft an den Finanzmärkten rasch die Hoffnung auf geldpolitische Lockerungen. Ein fester US-Dollar verteuert das Edelmetall für internationale Abnehmer, während anziehende Renditen am Anleihemarkt die Attraktivität zinsloser Anlageformen schmälern.
Straffungskurs der Fed belastet die Notierungen
Zusätzlicher Gegenwind rührt von der Federal Reserve. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins in der vergangenen Woche einstimmig auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.
Fed-Chef Kevin Warsh und Richmond-Fed-Präsident Thomas Barkin betonten seither, dass die Inflationsrisiken fortbestehen und weitere Straffungsschritte erforderlich sein könnten.
An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bereits für die Oktober-Sitzung auf über 50 Prozent geschätzt. Als Reaktion legte der US-Dollar-Index auf ein neues Mehrwochenhoch zu, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen die Marke von 5 Prozent überwand.
Unter diesem Druck gab der Goldpreis heute um 1,6 Prozent nach und fiel auf 4.290,69 USD je Feinunze. Damit notiert das Edelmetall zugleich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.318,81 USD.
Damit gerät der jüngste Erholungsversuch des Edelmetalls ins Stocken. Marktteilnehmer sehen den Markt kurzfristig in einer Konsolidierungsphase, da die Zinserwartungen spekulative Zuflüsse vorerst bremsen.
Physische Nachfrage federt Kursverluste ab
Gleichwohl bleibt das Abwärtspotenzial durch eine kontinuierliche physische Nachfrage begrenzt. Vor allem Notenbanken agieren weiter als verlässliche Stütze. Die People’s Bank of China baute ihre Bestände im August den 22. Monat in Serie aus und meldete offizielle Reserven von rund 2.387 Tonnen Gold.
Zugleich beobachten Rohstoffhändler aufmerksam die diplomatischen Signale aus Washington und dem Nahen Osten. Priyanka Sachdeva vom Analysehaus Phillip Nova konstatierte, Gold bewege sich gegenwärtig in einem Spannungsfeld zwischen strategischer Fluchtburg-Nachfrage und dem Druck durch steigende Opportunitätskosten.
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