Es war der Supreme Court, der General Motors im ersten Quartal 2026 den entscheidenden Rückenwind gab. Das höchste US-Gericht kippte bestimmte Zölle, die unter dem International Emergency Economic Powers Act erhoben worden waren, und das spülte GM rund 500 Millionen Dollar zurück in die Kalkulation. Nicht schlecht für einen Quartalsauftakt.
Die Zahlen, die zählen
43,6 Milliarden Dollar Umsatz, knapp unter dem Vorjahreswert von 44,0 Milliarden. Auf den ersten Blick ein Rückgang, auf den zweiten Blick egal, denn das EBIT-adjusted kletterte von 3,5 auf 4,3 Milliarden Dollar, ein Plus von gut 22 Prozent. Die EBIT-Marge stieg dabei von 7,9 auf 9,7 Prozent. Das Nordamerika-Geschäft lieferte 3,66 Milliarden Dollar, das internationale Geschäft immerhin 123 Millionen, nachdem es vor einem Jahr noch bei mageren 30 Millionen lag. Und China, lange ein Sorgenkind, trug 165 Millionen Dollar Equity Income bei, viermal so viel wie im Vorjahresquartal.
Das bereinigte EPS lag bei 3,70 Dollar, 33 Prozent über dem Vorjahreswert. Das GAAP-EPS hingegen fiel von 3,35 auf 2,82 Dollar, weil ein Einmaleffekt aus dem Vorjahr weggefallen ist. Wer das nicht auseinanderhält, zieht falsche Schlüsse.
Zölle: Weniger schlimm als gedacht
GM hatte ursprünglich mit Zollkosten von 3,0 bis 4,0 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr gerechnet. Die neue Schätzung liegt bei 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar. Das ist immer noch ein dicker Brocken, aber eben einer, der kleiner geworden ist. CEO Mary Barra und CFO Paul Jacobson haben die Jahresprognose für das EBIT-adjusted entsprechend nach oben angepasst, von bisher 13,0 bis 15,0 auf nun 13,5 bis 15,5 Milliarden Dollar.
Beim bereinigten EPS geht GM nun von 11,50 bis 13,50 Dollar aus, die alte Spanne lag bei 11,00 bis 13,00 Dollar. Beim GAAP-EPS hingegen sank die Prognose leicht, von 11,00 bis 13,00 auf 10,62 bis 12,62 Dollar. Sonderbelastungen aus dem EV-Umbau und China-Restrukturierungen drücken dort rein.
General Motors Company Aktie Chart
Freier Cashflow: Der Haken
Der operative Automotive-Cashflow brach von 2,4 Milliarden auf gerade noch 533 Millionen Dollar ein. Das klingt nach einem Problem. Ist es aber nur halb eines, denn der bereinigte freie Cashflow stieg gleichzeitig von 811 Millionen auf 1,27 Milliarden Dollar, weil GM Sonderausgaben für den EV-Umbau herausrechnet. Wer das für Schönrechnerei hält, hat ein Argument. Wer die Transformation ernst nimmt, auch.
Die Jahresziele für den operativen Cashflow wurden gesenkt, von 19,0 bis 23,0 auf 16,8 bis 20,8 Milliarden Dollar. Das ist der Teil der Pressemitteilung, den viele Anleger überlesen werden.
Dividende, Marktanteile, China
Der Verwaltungsrat hat die Quartalsdividende von 0,18 Dollar je Aktie bestätigt, zahlbar am 18. Juni an Aktionäre, die am 5. Juni im Register stehen. Kein Anlass zur Begeisterung, aber auch kein Grund zur Sorge.
In den USA sank der Marktanteil von 17,2 auf 16,5 Prozent, der Gesamtabsatz ging von 693.000 auf 626.000 Fahrzeuge zurück. In China verlor GM von 443.000 auf 349.000 Einheiten. Der Markt dort schrumpfte ebenfalls, aber GMs Rückgang war prozentual stärker. Das Equity Income aus China stieg trotzdem, was zeigt, wie komplex das Bild dort ist.
13,5 bis 15,5 Milliarden EBIT für das Gesamtjahr, das ist die Ansage. Ob der Supreme Court noch weitere Überraschungen bereithält, steht auf einem anderen Blatt.
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