Der Chiphersteller GLOBALFOUNDRIES bekommt einen Kunden aus der Quantenwelt. Der kanadische Photonik-Spezialist Xanadu hat heute eine mehrjährige strategische Partnerschaft angekündigt, die Quantencomputer aus dem Labor in die Serienfertigung bringen soll.
Von der Laborprobe zur 300-Millimeter-Linie
Im Zentrum steht die Fertigung in Malta, New York. Dort sollen Xanadus Komponenten auf GlobalFoundries‘ 300-Millimeter-Linie entstehen, vor allem extrem verlustarme Siliziumnitrid-Photonik und supraleitende Einzelphotonen-Detektoren, kurz SNSPDs. Beide Bausteine gelten als Rückgrat von Xanadus Rechnerarchitektur.
Die Detektoren lesen die Ergebnisse von Berechnungen aus, indem sie die Photonenzahl in einem Lichtpuls bestimmen. Xanadu erwartet davon deutlich schnellere Systeme und geringeren Chip-Overhead. Der Schritt vom Prototyping zur industriellen Produktion sei dafür entscheidend, so die Unternehmen.
Das Ergebnis der Kooperation soll als Fertigungsbasis für Xanadus kommende fehlertolerante Demonstratoren dienen. Weitere Arbeitspakete für leistungsfähigere Quantenmodule prüfen beide Seiten noch. Zusagen zu Volumen oder Umsätzen nennen die Partner nicht.
Börse reagiert unterschiedlich stark
Die Kursreaktion fällt asymmetrisch aus. Xanadu-Papiere legten im US-Handel zeitweise rund 17 Prozent zu. GlobalFoundries-Aktien gewannen dagegen nur etwa 1,4 Prozent auf knapp 49 Dollar. Kein Wunder: Für den Auftragsfertiger ist ein junger Quantenspezialist vorerst ein kleiner Baustein, für Xanadu dagegen die Eintrittskarte in die industrielle Produktion.
Strategisch passt der Deal zu GlobalFoundries‘ Photonik-Schwerpunkt. Das Unternehmen positioniert sich seit Längerem als Fertiger für Siliziumphotonik und stellt damit Technologien bereit, die auch für KI-Rechenzentren relevant sind. Quantencomputing erweitert dieses Feld um einen Nischenmarkt mit langem Vorlauf.
Xanadu selbst räumt Risiken ein, darunter technische Hürden beim Prozesstransfer auf die 300-Millimeter-Linie sowie Ausbeute- und Qualitätsfragen. Konkrete Meilensteine nennt die Ankündigung nicht. Erste Hinweise auf Fortschritte dürften mit den fehlertoleranten Demonstratoren kommen, für die beide Unternehmen noch keinen Termin genannt haben.
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