Argentiniens Wirtschaft steht vor einem radikalen Umbau. Während der Global X MSCI Argentina ETF zuletzt unter Volatilität litt, ebnet das Parlament in Buenos Aires den Weg für milliardenschwere Investitionen. Das neue „Super RIGI“-Gesetz könnte die Spielregeln für ausländisches Kapital grundlegend ändern.
Super-RIGI nimmt erste Hürde
Das Unterhaus hat das Anreizsystem für Großinvestitionen bereits verabschiedet. Mit 130 zu 106 Stimmen passierte der Entwurf die erste Hürde. Er zielt auf Zukunftsbranchen wie künstliche Intelligenz, Biotechnologie und erneuerbare Energien ab.
Projekte ab einer Milliarde US-Dollar erhalten massive Privilegien. Die Reform sieht folgende Kernpunkte vor:
- Reduzierte Körperschaftsteuer von 15 Prozent.
- Befreiung von Import- und Exportzöllen für 30 Jahre.
- Voller Zugang zum Devisenmarkt nach drei Jahren.
- Beschleunigte Abschreibungen auf Sachanlagen.
Makro-Daten hellen sich auf
Die Ratingagenturen S&P und Fitch reagierten bereits auf die Reformpläne. Sie hoben Argentiniens Kreditwürdigkeit auf die Stufe B- an. Im ersten Quartal 2026 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 2,3 Prozent.
Besonders der Agrarsektor und der Bergbau trieben diese Entwicklung voran. Die Industrieproduktion sank indes um 1,7 Prozent. Der Privatkonsum erreichte derweil ein Rekordhoch.
Das Länderrisiko sank auf 425 Basispunkte — den niedrigsten Stand seit 2018. Die Zentralbank verfügt mittlerweile über Nettoreserven von mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar. Finanzminister Luis Caputo erreichte die Reserveziele damit bereits nach fünf Monaten.
An der Börse herrscht dennoch Nervosität. Der ETF schloss am Donnerstag bei 90,43 US-Dollar und verlor binnen einer Woche fast sieben Prozent. Die annualisierte Volatilität liegt bei rund 36 Prozent. Der Relative-Stärke-Index deutet derweil auf eine neutrale Marktlage hin.
In den kommenden Tagen stehen wichtige Termine an. Der Senat muss über das Investitionspaket abstimmen. Bis zum 30. Juni steht zudem eine Zahlung von 171 Millionen US-Dollar an Gläubiger an. Parallel dazu erwartet die Regierung eine IWF-Auszahlung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar.
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