Global X Hydrogen ETF: 45 Prozent weniger bis 2050

DNV senkt die Erwartungen für grünen Wasserstoff drastisch. Der Global X Hydrogen ETF fällt auf 8,66 Euro und verliert massiv an Wert.

Auf einen Blick:
  • DNV senkt Wasserstoff-Prognose um 45 Prozent
  • Politische Dynamik in den USA erlahmt
  • EU sucht nach natürlichem Wasserstoff
  • ETF notiert 47 Prozent unter Jahreshoch

Der Traum von der schnellen Wasserstoff-Wende hat einen schweren Dämpfer erhalten. Eine neue Branchenprognose korrigiert die langfristigen Erwartungen massiv nach unten. Anleger reagierten am Freitag mit deutlichen Abschlägen.

DNV halbiert langfristige Prognose

Die Organisation DNV hat ihre Erwartungen für sauberen Wasserstoff drastisch gesenkt. Bis zum Jahr 2050 rechnet das Institut nun mit 45 Prozent weniger Volumen als bisher kalkuliert. Als Hauptgrund nennen die Experten eine erlahmende politische Dynamik. Vor allem in den USA sinkt die Investitionsbereitschaft spürbar.

Die politische Rhetorik schürte über Jahre hohe Erwartungen. Nun bremst die Realität das Tempo aus. Der Übergang zur Wasserstoffwirtschaft verläuft deutlich langsamer als geplant. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit vieler Projekte steht durch die verzögerte Skalierung infrage.

EU sucht nach natürlichem Wasserstoff

Parallel dazu sucht die Europäische Kommission nach kostengünstigen Alternativen. Ein Konsortium unter Beteiligung der Firma Getech kartiert derzeit europaweit natürliche Wasserstoffvorkommen im Boden. Die EU-Kommission beauftragte die Experten mit einer zwölfmonatigen Machbarkeitsstudie.

Ziel dieser Forschung ist die kommerzielle Gewinnung unterirdischer Reservoirs. Damit will die EU die Abhängigkeit von teurer Elektrolyse verringern. Erste Ergebnisse und Vorschläge für neue Gesetze sollen im kommenden Jahr vorliegen.

Hohe Volatilität belastet den Kurs

Der Global X Hydrogen ETF beendete die Handelswoche bei einem Stand von 8,66 Euro. Damit notiert der Fonds fast 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Mai. Die annualisierte Volatilität von rund 56 Prozent unterstreicht die spekulative Natur des gesamten Sektors.

Trotz regionaler Fortschritte wie der neuen Wasserstoff-Studie in Nordmazedonien bleibt die Stimmung gedrückt. Der Markt wartet auf handfeste Signale für eine Beschleunigung der Infrastruktur. Die nächste wichtige Wegmarke ist der Abschluss der europäischen Kartierung im Juli 2027.

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