Glencore: Übernahmefantasie sorgt für Spannung!

Glencore und Rio Tinto führen erneut Fusionsgespräche. Ein Deal könnte den weltgrößten Bergbaukonzern schaffen, getrieben von der strategischen Bedeutung von Kupfer für die Energiewende.

Auf einen Blick:
  • Potenzielle Fusion im Volumen von 260 Mrd. US-Dollar
  • Kupfer als zentraler Treiber der Verhandlungen
  • Frist für formelles Angebot endet am 5. Februar 2026
  • Glencore-Aktie nach starkem Anstieg an Widerstandszone

Glencore hat in den letzten Tagen einen weiteren sehr starken Schub erhalten und damit den ohnehin schon starken Markt zusätzlich befeuert. Auslöser sind erneut aufgekommene Übernahmegerüchte, die die Fantasie der Anleger ankurbeln und die Kurse weiter beflügeln könnten.

Übernahmepläne erneut Thema

Glencore und Rio Tinto haben bestätigt, dass sie erneut in frühen Fusionsgesprächen stehen. Bereits 2024 war ein erster Anlauf an Bewertungs- und Kontrollfragen gescheitert, doch das Umfeld hat sich inzwischen verändert, ebenso wie die Dimensionen. Im Raum steht ein potenzieller Deal mit einem Volumen von rund 260 Milliarden US-Dollar, der, sollte er zustande kommen, den mit Abstand größten Bergbaukonzern der Welt schaffen würde. Treiber dieser neuen Annäherung ist Kupfer. Kaum ein Rohstoff steht so sehr im Zentrum der globalen Energiewende wie das rote Metall. Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Netzausbau und zunehmend auch KI-Rechenzentren lassen die Nachfrage stark ansteigen.

Marktbeobachter sprechen bereits von einem strukturellen Angebotsdefizit von bis zu 30 Prozent bis 2035. Genau hier ergänzen sich die beiden Konzerne nahezu ideal. Rio Tinto ist ein Schwergewicht im Eisenerz, im Kupferbereich jedoch vergleichsweise schwach aufgestellt. Glencore bringt dagegen erstklassige Kupferassets in Chile und Afrika ein, sowie etwas, das kaum ein Wettbewerber in dieser Form besitzt. Ein globales, hochprofitables Rohstoff-Trading-Geschäft. Glencore-CEO Gary Nagle hatte im Dezember offen erklärt, er wolle sein Unternehmen zum größten Kupferproduzenten der Welt formen.

Der Zeitplan erhöht zusätzlich den Druck. Nach dem britischen Takeover Code gilt für Rio Tinto die klassische „Put up or shut up“-Frist. Bis zum 5. Februar 2026 um 17 Uhr Londoner Zeit muss entweder ein formelles Angebot vorliegen oder ein Rückzug erklärt werden.

Glencore-Aktie im Chart-Check

Die Aktie hat seit dem Tief im Jahr 2025 einen starken Anstieg von aktuell rund 135 Prozent hinter sich. Mit diesem Anstieg wurde die vorherige Abwärtsstruktur gebrochen und die 100-Tage-Linie überschritten. Zudem wurde eine Abwärtstrendlinie überwunden, die sich von den Hochs aus dem Jahr 2023 ableiten lässt. Das hat den Markt zusätzlich gestärkt. Aktuell befindet sich der Kurs an einer Widerstandszone. Diese ergibt sich aus den Hochs von Ende 2023 und aus dem Jahr 2024. Ein Ausbruch über diese Hochs könnte weitere Dynamik freisetzen und die Kurse weiter nach oben treiben. Eine Abweisung an der Zone könnte hingegen zu einem Rücksetzer in Richtung der letzten Verlaufstiefs bei rund 4,30 Euro führen. Hier die Glencore-Aktie im 2-Tages-Chart.

Glencore

Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/DdN5Rvc8/

An der aktuellen Schwelle würde ich abwarten, für welche Richtung sich der Markt entscheidet. Sollte der Kurs unter die Zone fallen, könnte sich daraus eine kurzfristige Short-Chance ergeben. Das Ziel läge dann an der Trendlinie sowie an der Unterstützungszone.

Bei einem Bruch nach oben könnte ein Rücksetzer auf diese Zone als Kauf-Chance genutzt werden. Alternativ ließe sich auch direkt auf den Ausbruch setzen, was jedoch die riskantere Variante ist, da man dem Markt damit etwas vorgreift.

Ihr Konrad

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