Der geplatzte Mega-Zusammenschluss mit Rio Tinto zwingt den Rohstoffgiganten Glencore zum Handeln. Statt der Schaffung eines 260 Milliarden Dollar schweren Branchenprimus rückt nun ein massiver Umbau des eigenen Portfolios in den Fokus. Kann der Konzern mit einer starken Fokussierung auf Kupfer und einer möglichen Zweitnotierung in Australien neue Investorengruppen überzeugen?
Fokus auf Kupfer und neue Investoren
Um die eigene Bewertung nach den gescheiterten Fusionsgesprächen anzukurbeln, prüft das Management derzeit einen Börsengang an der australischen ASX. Eine solche Zweitnotierung soll einen breiteren Zugang zu Investoren schaffen, die gezielt nach Alternativen zu den heimischen Platzhirschen im Bergbausektor suchen. An der Börse wird die proaktive Haltung des Managements honoriert: Auf Jahressicht verzeichnet das Papier bereits ein sattes Plus von gut 60 Prozent und notiert aktuell stabil über der Marke von 6,00 Euro.
Parallel zur Kapitalsuche richtet Glencore sein operatives Geschäft drastisch neu aus. Das Unternehmen plant, sich aus schwerer zu steuernden Einheiten zurückzuziehen und stattdessen massiv in das bei Anlegern begehrte Kupfergeschäft zu investieren. Bis 2035 soll die jährliche Kupferproduktion auf rund 1,6 Millionen Tonnen steigen. Gleichzeitig trennt sich der Konzern in einem ersten Schritt von 40 Prozent seiner Kupfer- und Kobaltanlagen in der Demokratischen Republik Kongo, um die Struktur zu verschlanken.
Milliarden-Deals in Kasachstan
Die strategische Neuausrichtung zeigt sich besonders deutlich in Zentralasien. Glencore verhandelt aktuell über den Verkauf seiner 70-prozentigen Beteiligung am hochprofitablen Zink- und Goldproduzenten Kazzinc an einen lokalen Investor. Marktbeobachter schätzen das Volumen dieses Deals auf beachtliche 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus bietet Glencore eine Vorauszahlung von 800 Millionen US-Dollar für zukünftige Lieferungen an, um ein weiteres Übernahmegebot in der Region zu unterstützen.
Zur Einordnung der Größenordnungen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Gesamtkonzern trotz niedrigerer Energiepreise ein solides bereinigtes EBITDA von 13,5 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse aus den geplanten Verkäufen in Kasachstan würden somit erhebliches Kapital freisetzen, um den rasanten Ausbau der kupfergeführten Wachstumsstrategie zu finanzieren.
Die Trennung von Randbereichen gibt dem Konzern eine klare operative Richtung vor. Mit einem annualisierten freien Cashflow von rund 7 Milliarden US-Dollar und einer geplanten Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie für das laufende Jahr verfügt Glencore über ein starkes finanzielles Fundament für den Umbau. Die kommenden Monate erfordern nun eine zügige Umsetzung: Der formelle Abschluss der milliardenschweren Verkäufe in Kasachstan und die finale Entscheidung über das ASX-Listing sind die nächsten konkreten Meilensteine für das Management.
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