Die Zahlen von Glencore fallen durchaus zwiespältig aus. Der Gewinn ist zurück, das stimmt. Mit 363 Millionen Dollar Nettogewinn hat der Schweizer Rohstoffkonzern die Verlustzone von 1,63 Milliarden Dollar aus 2024 hinter sich gelassen. Die Aktie sprang in Johannesburg prompt um 4,4 Prozent auf 108 Rand nach oben. Doch der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 247,54 Milliarden Dollar, während das bereinigte EBITDA um knapp 6 Prozent auf 13,51 Milliarden Dollar nachgab.
Das eigentliche Problem liegt auf der Hand. Die Kohle schwächelt massiv und drückt auf die Margen. Kupfer hingegen läuft auf Hochtouren und soll jetzt die Zukunft sichern. Im zweiten Halbjahr 2025 produzierte Glencore bereits über 500.000 Tonnen Kupfer. Für das Gesamtjahr fiel die Produktion zwar um 11 Prozent auf 851.600 Tonnen. Doch CEO Gary Nagle hat klare Ansagen gemacht. Bis Ende 2028 will Glencore über 1 Million Tonnen Kupfer pro Jahr fördern. Bis 2035 sollen es sogar 1,6 Millionen Tonnen werden.
Der Kongo-Deal sichert die Expansion ab
Damit diese ehrgeizigen Ziele Realität werden, braucht Glencore vor allem eines: Zugang zu neuen Abbaugebieten. Genau den hat sich der Konzern jetzt gesichert. Die Einigung mit Gécamines im Kongo verschafft Glencore langfristige Abbaurechte für Kamoto Copper Co. Das Paket umfasst umfangreiche Minenlizenzen und Pachtverträge. Gécamines behält dabei die Rechte an den Erzvorkommen innerhalb der gepachteten Gebiete.
Für Anleger zahlt sich die Geduld aus. Glencore schüttet insgesamt 17 US-Cent je Aktie aus, davon 10 Cent als Basisdividende und weitere 7 Cent als Sonderdividende nach dem Viterra-Deal mit Bunge. Die gescheiterten Fusionsgespräche mit Rio Tinto sind Geschichte. Glencore konzentriert sich jetzt voll auf Kupfer und will in den kommenden Jahren zu einem der weltweit größten Produzenten aufsteigen. Die Weichen sind gestellt, die Investoren scheinen überzeugt.
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